Oracle Senior IT

Unternehmen unterschätzen Daten als strategische Ressource

Big Data noch kein Business-Thema

Dr. Klaus Manhart hat an der LMU München Logik/Wissenschaftstheorie studiert. Seit 1999 ist er freier Fachautor für IT und Wissenschaft und seit 2005 Lehrbeauftragter an der Uni München für Computersimulation. Schwerpunkte im Bereich IT-Journalismus sind Internet, Business-Computing, Linux und Mobilanwendungen.
Die technische Herausforderung des ständig anwachsenden Datenbergs ist deutschen Unternehmen bewusst - die Chancen, die in der Analyse dieser Daten für das Geschäft stecken, werden aber bislang wenig ausgeschöpft. Das ist eines der Ergebnisse einer aktuellen IDC-Studie.
Technokratisches Denken: Die wenigsten Befragten halten die Analyse großer Datenmengen für ein Business-getriebenes Thema.
Technokratisches Denken: Die wenigsten Befragten halten die Analyse großer Datenmengen für ein Business-getriebenes Thema.
Foto: IDC 2012

Derzeit, so die IDC-Studie, herrsche in Sachen Big Data Analytics ein "technokratisches Denken" vor: Treiber für den Einsatz der Technologie seien die IT-Abteilungen. Die Führungsebene hingegen hätte den rapide steigenden Wert der Daten als strategische Ressource für das Kerngeschäft oft noch nicht umfassend erkannt.

So sehen nur rund 15 Prozent der Befragten Big Data Analytics als vorwiegend vom Business getriebenes Thema, dagegen rund 40 Prozent als Domäne der IT. Auch die Motivation zum Einsatz von Big Data Analytics deckt sich mit diesen Ansichten: Fast zwei Drittel der befragten Führungskräfte erwarten sich Kosteneinsparungen, nur jeweils ein Drittel Wettbewerbsvorteile oder Umsatzwachstum.

"Viele Unternehmen sehen das Thema Big Data generell und Big Data Analytics im Besonderen noch immer vorwiegend als technische Herausforderung, große Datenmengen überhaupt verarbeiten zu können. Die Fachabteilungen ihrerseits haben vielerorts schon erkannt, welche Chancen in der systematischen Analyse etwa von Texten liegen", heißt es in der Studie.

Die "Wunschliste" der Unternehmen an Big Data spricht laut IDC-Erhebung jedenfalls eindeutig für Big Data Analytics: Jeweils fast die Hälfte aller Befragten sieht großen Nutzen in der Echtzeitanalyse von Daten oder auch in der Analyse unstrukturierter Daten wie etwa Texten. Und auch die Fachabteilungen haben den Wert von Big Data Analytics klar erkannt: Über 50 Prozent der Verantwortlichen in den Bereichen Kundenservice, Logistik und Finance etwa sehen bereits heute Anwendungsszenarien für ihre Aufgaben.

Gemäß den Ergebnissen sprechen die Autoren der Studie mehrere Empfehlungen aus. Insbesondere sollten die Unternehmen Daten verstärkt als strategische Ressource verstehen, die Zusammenarbeit zwischen IT und Fachabteilungen intensivieren und eine langfristige Strategie für die Analyse großer Datenmengen entwickeln.

Für die Studie hatte IDC im Aufrag von SAS im Spätherbst 2011 Führungskräfte aus 150 deutschen großen und mittelständischen Unternehmen befragt. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse steht nach einer Registrierung kostenlos zur Verfügung.