Datenmanagement

Big Data - Fluch, Segen oder einfach viel Arbeit?

20.11.2012 | von Rob Sobers
Das Thema birgt Potenziale, aber auch Gefahren. Vor allem sind aber viele Unternehmen auf den Umgang mit großen Datenmengen nicht vorbereitet.
Vielen Unternehmen ist nicht klar, wie sie mit ihren Datenbergen umgehen sollen.
Vielen Unternehmen ist nicht klar, wie sie mit ihren Datenbergen umgehen sollen.
Foto: Sergej Khackimullin/Fotolia.com

Präsentationen, Dokumente, Tabellen - Unternehmen produzieren große Mengen an nutzergenerierten Daten mit den zugehörigen Metadaten. Um das Potenzial, das dieser Big-Data-Bestand birgt, auszuschöpfen, fehlt es den meisten Unternehmen und Behörden an dem nötigen Methodenwissen und an Tools. Zu dieser Schlussfolgerung kommen die Autoren der Studie "The Future of Big Data", für die das Pew Research Centre und die Elon University aus North Carolina insgesamt 1021 Internet-Experten und Nutzer befragten.

Unscharfe Erwartungen

Die Initiatoren der Umfrage gehen davon aus, dass die bis 2020 angesammelten Datenberge die Produktivität steigern, die Transparenz in Organisationen verbessern und die Grenzen der vorhersehbaren Zukunft erweitern können. Gleichzeitig machen sie sich Sorgen darüber, ob Regierungen und Unternehmen verantwortungsbewusst mit diesen Informationen umgehen werden.

"Das Aufkommen von Big Data wird Dinge vereinfachen. Ein Beispiel sind Vorhersagen in Echtzeit", so die Autoren. Die Entwicklung etwa von Software, die Datenmuster erkenne und Auswirkungen berechne, ermögliche ein neues Verständnis der Welt.

Allerdings vertreten 39 Prozent der Studienteilnehmer auch das Gegenargument. "Die Existenz riesiger analysierbarer Datenmengen wird zu einem falschen Vertrauen in unsere Prognosefähigkeit führen und die Menschen zu schweren und schmerzlichen Fehlern verleiten." In jedem Fall schlummern hier gewaltige Potenziale. "Big Data - das neue Öl", sagte ein Studienteilnehmer. Regierungen und Organisationen, die diese Ressource förderten, erlangten Vorteile gegenüber anderen.

Ausbruch der Pandemie verhindern

Der Blogger und Hochschullehrer Jeff Jarvis teilt diese Ansicht: Medien und Regulierungsbehörden verteufelten häufig Big Data und die vermeintliche Bedrohung der Privatsphäre; doch sei eine moralische Panikmache bei technologischen Neuerungen schon häufig aufgetreten. Jarvis sieht daher in der Fähigkeit, Daten richtig auszuwerten, eine gewaltige Chance.

Als Beispiel nennt er Google. Das Unternehmen habe die Behörden mehrmals um die Erlaubnis gebeten, Sucheingaben nicht sofort zu löschen. Das Argument: Anhand von Mustern habe es die Möglichkeit entdeckt, die Ausbreitung einer ansteckenden Krankheit bereits vor den Gesundheitsbehörden nachzuvollziehen und so den Ausbruch einer Pandemie zu verhindern.

Sean Mead, Director of Analytics bei der Anwaltskanzlei Mead, Mead & Clark, zeigt sich ebenfalls begeistert von den Chancen, die aus Big Data erwachsen: "Große Mengen öffentlich verfügbarer Daten, einfachere Tools, die größere Verbreitung von Analysemöglichkeiten und Software für künstliche Intelligenz werden zu erhöhter Produktivität führen." Dies lasse sich mit der Computer- und Internet-Revolution Mitte bis Ende der 1990er Jahre vergleichen.