Zettabyte-Barriere geknackt

Big Data - die Datenflut steigt

Martin Bayer
Spezialgebiet Business-Software: Business Intelligence, Big Data, CRM, ECM und ERP; mitverantwortlich für die Entwicklung von Themenschwerpunkten; Betreuung von News und Titel-Strecken in der Print-Ausgabe der COMPUTERWOCHE.
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Die Lage der Anwender

"Die Big-Data-Superlösung wird es nicht geben." Andreas Zilch, Experton Group.
"Die Big-Data-Superlösung wird es nicht geben." Andreas Zilch, Experton Group.
Foto: Experton

Viele IT-Anbieter haben das Thema mittlerweile aufgegriffen. Von einem anbieter-getriebenen Hype mag Analyst Zilch nicht sprechen. Auf Anwenderseite gebe es großen Bedarf, die mit wachsenden Datenbeständen zusammenhängenden Probleme zu lösen. Als Beispiel nennt er die Automobilbranche. Hier gingen die Hersteller verstärkt dazu über, im Rahmen ihrer Modellentwicklung Crash-Tests auf Hochleistungsrechnern zu simulieren. Die dabei anfallenden Datenmengen seien gigantisch, so der Experton-Mann.

Welches Potenzial in einem verbesserten Daten-Handling stecke, lasse sich auch im Einzelhandel beobachten. Die Händler nähmen zwar viel Geld für Analysewerkzeuge in die Hand. Wenn man sich jedoch ansehe, welche Warenmengen nach wie vor auf dem Müll landeten, müsse man annehmen, dass diese Tools nicht besonders effizient funktionierten, kritisiert Zilch.

Big Data - Chance oder Chaos?

Das Beste aus der Datenflut zu machen gelingt nach Meinung von Mark Beyer, Research Vice President bei Gartner, nur mit radikalen Maßnahmen: "Die Information- Manager in den Unternehmen müssen ihre Datenansätze grundlegend überdenken." Angesichts des großen Drucks biete sich nun die Chance, die Art und Weise der Datennutzung anders zu gestalten. Dazu müsse die IT allerdings die Business-Seite über die damit verbundenen Herausforderungen aufklären sowie die Kontrolle und Koordination im Daten-Handling sicherstellen. "Sonst wird aus der Big-Data-Chance schnell ein Big-Data-Chaos."

Die Herausforderung für die Unternehmen liege darin, mit den anfallenden Daten richtig umzugehen, bestätigt Zilch. Das heißt, in der Lage zu sein, die richtigen Daten zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle zu analysieren. In der Konsequenz erfordert dieser Anspruch in erster Linie einen intelligenten Umgang mit den Informationen. Es könne nicht nur darum gehen, möglichst viele Daten zu horten in dem Glauben, damit die Hausaufgaben in Sachen Big Data erledigt zu haben.

Big Data - auch eine Frage der richtigen Skills

Neben den technischen Herausforderungen gilt es für die Unternehmen, sich auch personell auf Big Data vorzubereiten:

  • McKinsey zufolge fehlen allein in den USA zwischen 140.000 und 190.000 Mitarbeiter mit analytischen Fähigkeiten. Weitere 1,5 Millionen Manager müssten sich darauf vorbereiten, mit Big Data die richtigen Entscheidungen zu treffen.

  • In den nächsten zehn Jahren wird die Menge der Informationen in den weltweiten Rechenzentren um den Faktor 50 zunehmen, prognostiziert IDC. Die Zahl der IT-Professionals wird sich dagegen nur um den Faktor 1,5 erhöhen.

  • Viele BI-Lösungen blieben hinter den Erwartungen zurück, haben die Analysten von IDC zudem festgestellt. Das liege vor allem an der unzureichenden Fortbildung der Mitarbeiter, die vorhandenen BI-Kapazitäten sinnvoll und umfassend zu nutzen.