Tageszeitung veröffentlicht Mitschnitt eines internen Gesprächs

Big Blue verlagert weitere Jobs in Offshore-Länder

01.08.2003
MÜNCHEN (CW) - Die IBM will mehrere 1000 Arbeitsplätze aus den USA nach Indien und in andere Länder verlagern. Betroffen sind Bürotätigkeiten sowie Stellen im Softwaredesign.

In einem internen Telefongespräch diskutierten hochrangige IBM-Manager darüber, gut bezahlte Weißkittel-Jobs nach Übersee auszulagern, um die gleichen Arbeiten billiger erbringen zu lassen. Ein Mitschnitt des Gesprächs wurde der "New York Times" von einer Gewerkschaft zugespielt, die die digitale Aufnahme wiederum von einem Mitarbeiter erhalten hatte. Das Unternehmen kommentierte die Meldung nicht.

In dem Gespräch erläuterte ein Topmanager, dass bis zum Jahr 2015 voraussichtlich insgesamt drei Millionen US-amerikanische Servicejobs von ausländischen Kräften übernommen würden und IBM sich dem Trend nicht entziehen könne. Einige der derzeit noch in den USA erledigten Aufgaben wie das Softwaredesign sollten nach Indien und in andere Länder ausgelagert werden. "Unsere Wettbewerber machen es, und wir müssen es auch tun", sagte laut der Tageszeitung Tom Lynch, Personalchef des IT-Konzerns. IBM beschäftigt derzeit bereits 5000 Mitarbeiter in Indien und 3500 Mitarbeiter in China. Derweil hat sich die Offshore-Thematik in den USA zum Politikum entwickelt. (jha)