"Handelsblatt"

Bieterwettkampf um Kabel BW - kein Börsengang?

21.03.2011
Der angestrebte Börsengang von Kabel Baden-Württemberg könnte laut einem Pressebericht noch platzen.

Um den drittgrößten Kabelnetzbetreiber Deutschlands sei ein Bieterkampf zwischen dem US-Medientycoon John Malone und dem Finanzinvestor CVC entbrannt, berichtet das "Handelsblatt" (Montag) unter Berufung auf Insider.

Kabel-BW-Chef Harald Rösch
Kabel-BW-Chef Harald Rösch
Foto: Kabel BW

Malones Kabelkonzern Liberty Global biete 3,2 Milliarden Euro, hieß es in dem Bericht. CVC soll zuletzt knapp drei Milliarden Euro offeriert haben. Liberty Global gehört schon Unitymedia, die Nummer zwei in Deutschland. Das Unternehmen wollte auf Anfrage der Zeitung keinen Kommentar geben. Bei Kabel BW hieß es dem Blatt zufolge nur: "Alle Optionen sind offen." Mit einem Preis von mehr als drei Milliarden Euro würden die Erwartungen des schwedischen Finanzinvestors EQT, derzeit Eigner von Kabel BW, übertroffen, hieß es. EQT war am Montag für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

Erst vor gut einer Woche hatte Kabel BW offiziell angekündigt, das Unternehmen plane seinen Börsengang für das erste Halbjahr 2011. Weitere Details sollten in den kommenden Wochen bekanntgegeben werden.

Kabel BW hatte 2010 den bislang höchsten Umsatz- und Ertragszuwachs erzielt. Die Erlöse stiegen um 70 Millionen Euro auf 563 Millionen Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte um 56 Millionen auf 316 Millionen Euro zu. Der Konzern ist ausschließlich in Baden-Württemberg aktiv, Unitymedia in Nordrhein-Westfalen. Deshalb ergänzen sich die beiden Kabelkonzerne aus Malones Sicht in idealer Weise, schreibt die Zeitung. (dpa/tc)