IT-Beratung

BI und Data-Warehouse sind die wichtigsten Themen

Sabine Prehl ist freie Journalistin und lebt in München.
Die Berater in Deutschland messen BI und Data-Warehouse sowie SOA derzeit die meiste Bedeutung zu.

Business Intelligence (BI)/ Knowledge Management/ Data-Warehouse und Data-Mining sind für die IT-Beratungs- und IT-Serviceanbieter in Deutschland momentan die wichtigsten Themen. In einer Umfrage der Lünendonk GmbH erhielt dieser Themenkomplex den Wert 1,2 auf einer Skala von -2 (keine Bedeutung) bis +2 (sehr große Bedeutung). Ebenfalls weit oben mit jeweils 1,0 Punkten landeten die Themen SOA (Service-orientierte Architekturen) und Prozess-Innovationen. Der Spitzenreiter des vergangenen Jahres, Security, erreichte bei den Consultants mit 0,9 Punkten nur den vierten Rang. Auf den weiteren Plätzen folgen SCM (Supply Chain Management) mit 0,5 Punkten, ILM (Information Lifecycle Management) mit 0,3 Punkten sowie Infrastruktur-Management (0,0).

Dabei hängen die Schwerpunkte, die sich die Anbieter gesetzt haben, auch von der Firmengröße ab: Während für die Top Ten der IT-Beratungshäuser und Systemintegratoren das SOA-Thema besonders wichtig ist (1,7), liegt für die mittelgroßen und kleinen Unternehmen der Komplex BI/ Knowledge Management/ Data-Warehouse/ Data-Mining an erster Stelle (1,1). Auch insgesamt gewichteten die großen Anbieter die einzelnen Themen stärker. Nur das Mobile-Thema (Mobile Business, VPN, Remote Access) wird von den kleineren Unternehmen als bedeutender eingestuft als von den Big Playern.

Auch die Diskussion um Vertragsmodelle und -formen im Beratungsgeschäft nimmt an Brisanz zu, beobachtet Hartmut Lüerßen, Partner der Lünendonk GmbH. "Der zunehmende Wettbewerb unter den Beratungshäusern verschafft den Kunden in der aktuellen Situation eine stärkere Position." Dabei werden immer häufiger der Nutzen der Beratertätigkeit und das damit verbundene Honorar diskutiert. Vor allem die Frage nach dem richtigen Maß an erfolgsabhängiger Vergütung gewinnt an Bedeutung. Die zehn umsatzstärksten IT-Beratungs- und Systemintegrationsanbieter sind zwar grundsätzlich bereit, ihre Honorierung an Erfolgskomponenten zu orientieren. Eine voll erfolgsabhängige Honorierung lehnen sie jedoch ab. Die mittleren und kleineren Häuser bezeichnen sogar alle Vertragsvereinbarungen mit erfolgsabhängigen Komponenten als problematisch und nicht praktikabel. "Im Projektgeschäft ist es häufig schwer, sinnvolle Erfolgskriterien zu definieren", interpretiert Lüerßen das Ergebnis. So seien Prozess-Verbesserungen, die in Abhängigkeit zu anderen etablierten Prozessen bestehen, nur indirekt messbar und eigneten sich daher nur bedingt für eine erfolgsabhängige Honorierung.