Leser fragen, Personalexperten antworten

BI-Berater als Entwickler eingesetzt

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Ein SAP-Berater wird als Entwickler eingesetzt, will sich aber als BI-Experte positionieren, ein anderer Leser fragt, wie sinn voll Zertifizierungen sind. Antworten gab Achim Röhe vom Softwareanbieter Arcplan.

Ein Leser fragt im Online-Kariereratgeber nach der Bedeutung von Zertifizierungen: "Gibt es welche, die Must Haves oder besonders gefragt sind - zum Beispiel SAP oder auch SQL? Welche sind auf lange Sicht am sinnvollsten?"

Achim Röhe, Leiter des Professional Service beim Softwareanbieter Arcplan, beantwortet die Fragen der Leser.
Achim Röhe, Leiter des Professional Service beim Softwareanbieter Arcplan, beantwortet die Fragen der Leser.
Foto: Arcplan

Achim Röhe, Leiter des Professional Service beim Softwareanbieter Arcplan, kennt die Praxis: "Zertifizierungen sind immer dann ein probates Mittel, wenn Kenntnisse nachgewiesen werden müssen. Verlangt werden im Beratungsalltag diese Zertifizierungen weniger vom Arbeitgeber als vielmehr vom Kunden. Meiner Erfahrung nach tritt diese Frage besonders in den Vordergrund, wenn es um den Einsatz von Freelancern geht oder wenn eine kleinere Beratungsfirma für einen Neukunden tätig werden will.

Beim Einstieg in die Beratung sind Zertifikate von untergeordneter Bedeutung. Wenn Sie aber Kenntnisse in speziellen und sehr gefragten Themenbereichen erworben haben, kann das Zertifikat ein Nachweis sein, der sich auch in der Bewerbung gut macht. Mit etwas Berufspraxis schadet auch ein Zertifikat im Projekt-Management nicht. Must Haves in der Zertifizierung sind mir nicht bekannt, wobei Prüfungen im SAP- und MS-SQL-Umfeld sicher nicht von Nachteil sind."

Im Online-Karriere-Ratgeber können Leser Fragen stellen und Personalexperten antworten.
Im Online-Karriere-Ratgeber können Leser Fragen stellen und Personalexperten antworten.
Foto: Stauke - Fotolia.com

BI-Berater wird als Entwickler eingesetzt

Ein CW-Leser arbeitet seit zwei Jahren als BI-Berater mit SAP BO. Im neuen Projekt wird er nun als Entwickler eingesetzt, und seine Begeisterung hält sich in Grenzen. Er interessiert sich mehr für fachliche Themen wie Business-Analyse, Dashboards, BI-Strategie oder Mobile BI. Nun hat er folgende Fragen an den CW-Ratgeber:

  • "Wie kann ich es schaffen im BI-Markt eine bestimmte fachliche Richtung einzuschlagen, wenn der Arbeitgeber Projekte forciert, in denen die Marge im Vordergrund steht?

  • Ist es aufgrund der SAP-BO-Kenntnisse nicht empfehlenswerter, SAP BW zu lernen, statt mir Entwicklerwissen anzueignen?

  • Welche Tipps können Sie geben, um langfristig im BI-Markt erfolgreich zu sein?"

Achim Röhe meint dazu: "Für Berater wird es immer wieder auch Projekte geben, die bearbeitet werden müssen, obwohl sie einem weniger liegen. Wichtig ist, dass diese Projekte einen gewissen Rahmen nicht überschreiten, denn das schafft nachher auf allen Seiten Unzufriedenheit. Sie haben es durchaus in der Hand, sich bei Ihrem Arbeitgeber um Projekte zu bemühen, die Ihren Stärken und Neigungen entgegenkommen. Vielleicht sollten Sie auch einmal darüber nachdenken, ob Sie sich den fachlichen Themen nicht auf Kundenseite widmen wollen.

Was die Frage der Weiterbildung von SAP BO zu SAP BW betrifft, so kann ich Ihnen nur zustimmen und Sie ermutigen, dies zu tun, denn dieser Schritt wäre logisch. Die Trainingsmöglichkeit müssten Sie entweder in Projekten bei Ihrem jetzigen Arbeitgeber, bei einem anderen Beratungshaus oder auch auf der Kundenseite eruieren.

Das heutige Berufsleben bedeutet lebenslanges Lernen, das heißt für das Arbeiten in unserer Branche, sich immer wieder mit neuen Technologien auseinanderzusetzen und sich die entsprechenden Qualifikationen anzueignen. Es geht also darum, die Weichen richtig zu stellen, sei es durch einen Wechsel in einen anderen Unternehmensbereich oder ein anderes Unternehmen." (hk)