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Betrugsverdacht verhagelt FJH das Ergebnis

25.03.2004

Aufgrund von Sonderbelastungen im vierten Quartal hat die erfolgsverwöhnte FJH AG im Geschäftsjahr 2003 einen deutlichen Umsatz- und Gewinnrückgang verbucht. Wie das auf die Versicherungsbranche spezialisierte Münchner Software- und Beratungshaus bekannt gab, sank der Nettoprofit gegenüber dem Vorjahr von 16,5 Millionen auf 4,3 Millionen Euro. Der Umsatz schrumpfte trotz der Konsolidierung des übernommenen Beratungsunternehmens Heubeck zur Jahresmitte 2003 von 130,2 Millionen auf 120,1 Millionen Euro.

Als Grund für das schwache Abschneiden nannte FJH neben der Investitionszurückhaltung der Versicherer und Schwierigkeiten bei zwei Projekten die anonyme Strafanzeige wegen angeblicher Bilanzfälschung. Diese hatte im November 2003 den Kurs der FJH-Aktie um mehr als 40 Prozent gedrückt. Die Staatsanwaltschaft stellte ihre Ermittlungen aber kurz vor Weihnachten ein, nachdem sich die Vorwürfe nicht halten ließen. Diese Sonderfaktoren im Schlussquartal hätten nach drei erfolgreichen Quartalen das Gesamtergebnis maßgeblich belastet, teilte das Unternehmen mit.

Bis Ende des laufenden Jahres will FJH aber wieder die "gewohnte Ertragsstärke" erreichen. So habe man inzwischen Maßnahmen zur Kostensenkung und Ankurbelung des Umsatzes eingeleitet und zum großen Teil bereits umgesetzt. Außerdem sei der für FJH relevante Markt der Versicherer durch entsprechende gesetzliche Regelungen weitgehend von Unsicherheiten befreit.

Die FJH-Aktionäre sollen mit 40 Cent je Aktie für 2003 eine deutlich niedrigere Dividende als im Vorjahr erhalten. Die Höhe der Ausschüttung fällt jedoch doppelt so hoch wie geplant aus, weil die beiden Hauptgesellschafter des Unternehmens auf ihren Anteil verzichten wollen. (mb)