Betrug im Internet hat Konjunktur

Alexander Freimark wechselte 2009 von der Redaktion der Computerwoche in die Freiberuflichkeit. Er schreibt für Medien und Unternehmen, sein Auftragsschwerpunkt liegt im Corporate Publishing. Dabei stehen technologische Innovationen im Fokus, aber auch der Wandel von Organisationen, Märkten und Menschen.
Die Kriminalität im Internet ist nach wie vor ein gravierendes Problem. Der jüngste Kreditkartenklau in den USA hat gezeigt, dass "die Bösen" längst nicht aufgegeben haben.

Die Kriminalität im Internet ist nach wie vor ein gravierendes Problem, auch wenn die betroffenen Unternehmen versuchen, das Thema in der Öffentlichkeit herunterzuspielen. Doch der jüngste Kreditkartendiebstahl in den USA hat gezeigt, dass "die Bösen" längst nicht aufgegeben haben.

Mit rund acht Millionen geklauten Kreditkartennummern haben Hacker Anfang Februar einen neuen inoffiziellen Weltrekord aufgestellt. Betroffen von dem Einbruch waren der US-amerikanische Finanzdienstleister Data Processors International (DPI) sowie die Kreditkartenunternehmen Visa, Mastercard, American Express und Discover Card, eine Abteilung von Morgan Stanley Dean Witter. Persönliche Informationen der Kunden seien unversehrt geblieben, hieß es. Daher müssten die bis zu acht Millionen betroffenen Menschen auch nicht einzeln kontaktiert werden, schlussfolgerten die Unternehmen.

Eigentlich, so möchte man meinen, war nichts Gravierendes passiert. Doch der jüngste Einbruch in eine vermeintlich besonders geschützte IT-Umgebung hat erneut gezeigt, dass das Thema Online-Kriminalität weiterhin auf der Tagesordnung steht und dass die absolute Sicherheit eine Illusion bleiben wird. Dabei bilden die USA beileibe keine unrühmliche Ausnahme, auch hierzulande sind täglich Unternehmen von Attacken betroffen, werden Händler betrogen und Surfer hinters Licht geführt. Öffentlich zugeben will dies indes niemand; Online-Betrug ist ein Tabu.

"Manchmal erweckt die Berichterstattung den Anschein, wir würden in einer Welle der Kriminalität versinken", kritisiert Albert Bischeltsrieder, Leiter des Fahndungsdezernats beim Landeskriminalamt (LKA) in München, die medialen Auswüchse. Dennoch sei der Online-Betrug "hoch aufzuhängen"; schließlich kämpfe das LKA laut Bischeltsrieder "seit nunmehr acht Jahren dafür, dass das Thema ernst genommen wird".

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