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Beta Systems lehnt Übernahmeangebot ab

20.03.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Beta Systems Software AG empfiehlt ihren Aktionären, das Übernahmeangebot durch die Deutsche Balaton AG abzulehnen. Die auf Großrechnerprogramme spezialisierte Berliner Softwareschmiede begründet ihre Position damit, dass die Offerte - die Beteiligungsgesellschaft will den Aktionären 3,10 Euro je Anteilschein zahlen - deutlich unter dem Wert des Unternehmens liege (Computerwoche online berichtete). So habe der Bestand an liquiden Mitteln zum Jahreswechsel 13,7 Millionen Euro (3,44 Euro pro Aktie) betragen. Zum Ende des laufenden ersten Quartals soll dieser sogar auf über 20 Millionen Euro (5,03 Euro je Anteil) anwachsen.

Außerdem würde das Mitte 2001 vorgestellte Sanierungsprogramm bereits messbare Ergebnisse ausweisen, während die Beteiligungsgesellschaft selbst keine Vorteile und Strategien aufzeige. Da das Unternehmen lediglich als Finanzinvestor an Beta Systems interessiert sei, entstünden zudem durch die Übernahme keinerlei Synergieeffekte im Bezug auf Technologie, Vermarktung oder Vertrieb. Nachdem die Firmengründer mit mehr als 27 Prozent an Beta Systems beteiligt sind, haben sie die Möglichkeit, von ihrer Sperrminorität Gebrauch machen.

Die Wirksamkeit der Restrukturierungsmaßnahmen untermauerten die Berliner mit der Bekanntgabe der endgültigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2001. Zwar stieg der Nettofehlbetrag im Vergleich zum Vorjahr von 1,6 Millionen auf 10,5 Millionen Euro. Darin enthalten sind nach Angaben des Unternehmens jedoch eine Reihe von Goodwill-Abschreibungen, unter anderem auf US-Tochter Tantia Technologies. Diese würden sich nicht auf die Liquidität von Beta Systems auswirken. Vor diesen Sondereffekten in Höhe von insgesamt 7,9 Millionen Euro und vor Steuern erzielte Beta Systems mit 700 000 Euro sogar einen leichten Gewinn. Die Umsätze wuchsen um 9,1 Prozent von 41,2 Millionen auf 45 Millionen Euro. Da im laufenden Jahr die einmaligen Aufwendungen entfallen und eine langsame Erholung der Nachfrage im IT-Sektor erwartet wird, rechnet das Unternehmen 2002 mit einem moderaten Umsatzwachstum über dem Vorjahresniveau und mit einem positiven Jahresergebnis. (mb)