Facebook, Twitter und Co.

Besuche während der Arbeitszeit sind riskant

Sabine Prehl ist freie Journalistin und lebt in München.
In vielen Unternehmen ist die Nutzung sozialer Netzwerke am Arbeitsplatz untersagt.

Wer mal kurz eben eine Nachricht auf Twitter loswerden oder Kontakt zu Freunden via Facebook aufnehmen will, sollte dies nicht am Arbeitsplatz tun. Jedenfalls nicht ohne vorher die firmeneigenen Regelungen zu diesem Thema überprüft zu haben - sofern es diese Richtlinien überhaupt gibt. Eine Umfrage des auf IT-Fachkräfte spezialisierten Personaldienstleisters Robert Half Technology unter 1400 US-amerikanischen CIOs hat ergeben, dass 54 Prozent der Unternehmen ihren Mitarbeitern Besuche auf Websites wie Facebook, MySpace und Co. während der Arbeitszeit ausdrücklich untersagen. 19 Prozent der Befragten erlauben die Nutzung solcher Netzwerke nur, wenn sie beruflichen Zwecken dient. 16 Prozent genehmigen ihren Angestellten in begrenztem Umfang auch private Kontakte. Ein uneingeschränkter Zugang zu sozialen Netzwerken ist während der Arbeitszeit dagegen nur in zehn Prozent der Firmen erlaubt.

"Dass Unternehmen die Nutzung einschränken, ist verständlich. Schließlich lenken solche Aktivitäten von der Arbeit ab", kommentiert Dave Willmer, Executive Director von Robert Half Technology, die Ergebnisse. "In manchen Berufen werden soziale Netzwerke jedoch als wirksame Business-Tools eingesetzt. Das dürfte das Fünftel der Befragten sein, das die berufliche Nutzung gestattet."

Auch eine im Juli dieses Jahres von Nucleus Research betriebene Umfrage gibt den strengen Vorschriften der Unternehmen recht: Demnach verzeichneten Firmen, die ihren Mitarbeitern einen uneingeschränkten Zugang zu Facebook am Arbeitsplatz ermöglichen, einen Produktivitätsrückgang von 1,5 Prozent. 77 Prozent der insgesamt 237 befragten Mitarbeiter nutzten ihren Facebook-Account während der Arbeitszeit. Den Marktforschern von Nucleus zufolge waren "einige" Angestellte auf Facebook mehr als zwei Stunden pro Arbeitstag aktiv. Nur einer von 33 Mitarbeitern gab an, die Website am Arbeitsplatz nur "ab und zu" zu besuchen. Und bei 87 Prozent der Facebook-User war kein klarer geschäftliches Motiv für die Nutzung während der Arbeitszeit erkennbar.