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Beschwerden über den fest verbauten iPhone-Akku häufen sich

01.08.2007
Immer mehr Nutzer fordern, Apple solle das Design seines neuen Smartphones "iPhone" so verändern, dass man den Akku selbst tauschen kann.

Derzeit kassiert Apple von US-amerikanischen Besitzern des iPhone 79 Dollar für den Austausch des Akkus, der fest im Gerät eingebaut ist und nicht wie bei den meisten anderen Consumer Electronics unter einer abnehmbaren Klappe sitzt. Apple verlangt überdies noch weitere 29 Dollar für ein Leih-iPhone für die Dauer des Austausches.

Die Vorsitzende des Consumer Protection Board von New York, Mindy Bockstein, schreibt jetzt in einem Brief an Apple-Chef Steve Jobs, Apple solle diese Regelungen ändern und die Preise senken. "Ein Highend-Mobiltelefon sollte keinen Lowend-Kundendienst haben", klagt die Verbraucherschützerin. Sie fordert außerdem, Apple solle diese Vertragsbedingungen in seinen Geschäften und auf seinen Internet-Seiten klarer herausstellen.

Der Rückendeckel des iPhone lässt sich nicht vom Benutzer abnehmen.
Der Rückendeckel des iPhone lässt sich nicht vom Benutzer abnehmen.

Einen Schritt weiter geht bereits eine Sammelklage, die am Donnerstag vergangener Woche bei Circuit Court of Cook County in Chicago eingereicht wurde. Diese wirft sowohl Apple als auch seinem exklusiven Netzpartner AT&T vor, die Kosten für den Akkutausch vor Kunden zu verheimlichen, bevor diese sich ein iPhone kauften. Die Klage unterstellt ferner, die Kosten würden jedes Jahr fällig, da der Akku des Apple-Telefons nur für 300 Ladezyklen ausgelegt sei.

Dem zumindest hat Apple bereits öffentlich widersprochen. Die iPhone-Batterie sollte deutlich länger als ein Jahr halten, so Apple. Sie erreiche nach 300 Ladezyklen immer noch 80 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität; außerdem zähle nur ein vollständig entleerter und dann wieder voll aufgeladener Akku als ganzer Ladezyklus und keine Teilaufladung.

Bereits im Juni hatte sich die kalifornische Foundation for Taxpayer and Consumer Rights über das iPhone beschwert. Apple habe bereits für Kontroversen gesorgt, indem es seine "iPod"-Musikplayer ohne Wechselakku entworfen habe und seither genügend Zeit gehabt, um ein benutzerfreundlicheres Design zu entwickeln, heißt es darin.

"Anders als der iPod ist das iPhone offensichtlich als Geräte konzipiert, das für eine breite Palette geschäftsverwandter Zwecke und dauerhaft genutzt wird, und wird auch entsprechend vermarktet", schrieb die Organisation. "Wir können nur annehmen, dass Apple und/oder AT&T planen, über die tatsächliche Lebensdauer des iPhone hinweg kostenlose Austauschakkus anzubieten."

Von Apple gibt es zu den Beschwerden und Klagen bislang keine offizielle Stellungnahme. (tc)