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Bertelsmann wagt neuen Web-Anlauf

16.10.2006
Der Medienkonzern will eine Social-Networking-Plattform einrichten.
Bertelsmann-CEO Gunter Thielen will auch Menschen seiner Generation eine Kommunikationsplattform bieten.
Bertelsmann-CEO Gunter Thielen will auch Menschen seiner Generation eine Kommunikationsplattform bieten.

Angeregt durch den Erfolg, den der australische Medienmogul Rupert Murdoch für seine MySpace-Seite verzeichnet - und möglicherweise aufgeschreckt durch Googles YouTube-Akqusition - plant der deutsche Medienriese Bertelsmann eine eigene Social-Networking-Plattform. Das meldet die Tageszeitung "Financial Times" in ihrer aktuellen Ausgabe.

Dem Bericht zufolge zielt das in Gütersloh ansässige Medienunternehmen mit dem für das kommende Jahr in Aussicht gestellten Internet-Angebot auf die Kunden seiner Buchclub-Tochter Direct Goup, mithin auch oder sogar vorwiegend auf Menschen älterer Jahrgänge. Das dürfte die Bertelsmann-Site deutlich von der jugendorientierten MySpace-Plattform unterscheiden. Während Murdochs News Corp für die Übernahme von MySpace knapp 600 Millionen Dollar in die Hand nahm, will Bertelsmann deutlich kleinere Brötchen backen; die Rede ist von "einigen" Millionen Euro.

Bertelsmann hatte vor ein paar Jahren bereits einen Vorstoß in die Social-Networking-Welt gewagt - mit Hilfe der Musiktauschbörse Napster. Dieses Engagement hatte dem Medienhaus allerdings nichts als Ärger eingebracht (siehe auch: "Mit Napster geht's bergab"). MySpace brüstet sich hingegen heute mit mehr als 56 Millionen Nutzern - Tendenz rapide steigend. (qua)