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Berlin lehnt Umstellung auf Open Source ab

04.05.2007
Trotz zahlreicher Verfechter von freier Software in den eigenen Reihen hat der Berliner Senat einen Antrag der Grünen-Fraktion abgelehnt, die IT der Behörden und öffentlichen Einrichtungen in der Hauptstadt auf Open Source umzustellen.

In einer parlamentarischen Anhörung gestern plädierten die meisten Berliner Abgeordneten weiter für einen Mischbetrieb aus freier und kommerzieller Software – insbesondere aus Gründen der besseren Performance der Systeme. Die Haushaltsordnung der Berliner Behörden ließe eine völlige Migration auf eine einzige Software-Plattform darüber hinaus auch rechtlich nicht zu. "Die Stadt hat im Gegensatz zu München die Gelegenheit verpasst, seine IT-Landschaft zu verändern und sich aus Abhängigkeiten zu befreien", sagte Grünen-Sprecher Olaf Reimann unbeeindruckt von der Debatte. Nach einer von seiner Partei beauftragten Machbarkeitsstudie, die Professor Bernd Lutterbeck von der TH Berlin angefertigt hatte, könne durch den konsequenten Einsatz freier Software mehr als die Hälfte der 250 Millionen Euro eingespart werden, die Berlin jedes Jahr für IT ausgibt. Diese Differenz komme vor allem durch die Einsparungen teurer Microsoft-Lizenzen zustande.

Seit vergangenen Herbst ist München als erste deutsche Stadt dabei, im Rahmen des Limux-Projekts seine Desktops auf freie Software zu migrieren. Allerdings ist auch in Bayern ein vollständiger Weggang von Microsoft Windows eher unrealistisch. (sh)