Rückblende

Berichtssaison

10.10.2003

Ein schwaches Quartalsergebnis von Oracle (siehe www.computerwoche.de/go/80113712) und eine überraschend heftige Gewinnwarnung von Sun Microsystems haben im IT-Markt pünktlich zur so genannten Ergebnissaison für Verunsicherung gesorgt. Hat die lang erwartete Erholung nun doch nicht eingesetzt? Ließen sich alle von der Börseneuphorie der vergangenen Monate blenden?

Ein Blick auf die IT-Pläne der Unternehmen verrät, dass sich das Investitionsverhalten gegenüber den beiden vergangenen Krisenjahren nur in kleinen Schritten verändern wird. Die Investment-Banker von Merrill Lynch beispielweise kommen nach Umfragen von 100 CIOs der weltweit größten Unternehmen zu dem Ergebnis, dass in diesem Jahr ein Prozent und 2004 drei Prozent mehr für IT ausgegeben werden. Goldman Sachs, die Aberdeen Group und IDC sind zwar etwas optimistischer, bewegen sich mit ihren Prognosen aber ebenfalls im unteren einstelligen Bereich.

Die Anbieter wissen das und reagieren. Je nach Markt- und Konkurrenzsituation senken sie die Preise bis an die Schmerzgrenze. Intensiver als bisher kümmern sich nun auch die großen Player um mittelständische Kunden. Außerdem nehmen sie an komplizierten und langwierigen Ausschreibungen von Behörden teil, von denen sie in den fetten Jahren wohl die Finger gelassen hätten.

Welcher Anbieter anpassungsfähig genug ist, um in dieser schwierigen Phase auf Wachstumskurs zu bleiben, wird sich in diesen Wochen zeigen, wenn die Zahlen auf den Tisch kommen. (hv)