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Bericht: Probleme bei Fujitsu Siemens Computers

12.08.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Gespräche zwischen Siemens und dem japanischen Fujitsu-Konzern sind ins Stocken geraten. Eigentlich hätte die Vertragsunterzeichnung bereits am 2. August stattfinden sollen, aber nach Informationen der "Wirtschaftswoche" sind sich die Parteien weder darüber einig, wer Chef des künftigen Joint-ventures werden soll, noch wieviele Mitarbeiter es beschäftigen soll. Experten zufolge muß Siemens auf bis zu 30 Prozent seiner 8000 Beschäftigten im Computerbereich verzichten. In einem Interview mit der COMPUTERWOCHE (vom 6. August) hatte der Chef des Siemens-Bereichs Information and Communications Products (ICP), Rudi Lamprecht, noch gesagt, daß es zwischen den beiden Partner keine großen Redundanzen gebe, und auf die in der Computersparte bei Siemens seit April laufenden Restrukturierungsmaßnahmen hingewiesen. Damals hatte der Konzern den Abbau von 1130

Arbeitsplätzen angekündigt, aber nie von Entlassungen gesprochen. Laut Angaben des Wirtschaftsmagazins streiten sich Siemens und Fujitsu auch über den künftigen Vorstandsvorsitzenden. Siemens-Chef Heinrich von Pierer präferiere den Leiter seiner Computersparte, Robert Hoog, während Fujitsus Europa-Chef Winfried Hoffmann schon mit seiner Kündigung gedroht habe, falls er nicht selbst Chef des Joint-ventures werde. Als Kompromiß habe Hoffmann eine Doppelspitze vorgeschlagen. Durch die im Juni angekündigte Allianz wollen die beteiligten Konzerne zu einem der drei weltweit größten Computerhersteller aufsteigen. Als offizieller Starttermin gilt bisher der 1. Oktober. Letztes Jahr war der Verkauf der PC-Sparte von Siemens an Acer überraschend aufgrund finanzieller Fragen gescheitert.