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Bericht: FBI will neue Software einstampfen

13.01.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die "Los Angeles Times" berichtet unter Berufung auf offizielle Stellen, die US-Bundespolizei FBI (Federal Bureau of Investigation) sei mit ihrer neuen Software "Virtual Case File" - diese soll eigentlich den Agenten dabei helfen, im Kampf gegen den Terror Informationen auszutauschen - derart unzufrieden, dass sie bereits extern nach Alternativen Ausschau halte.

Die Probleme könnten die auf vier Jahre und 500 Millionen Dollar angesetzte Modernisierung des antiquierten FBI-Computersystems erneut verzögern, schreibt das Blatt weiter. Bereits im Zuge der Ermittlungen zum 11. September war kritisiert worden, mit modernerer IT-Infrastruktur hätte das FBI die Anschläge möglicherweise verhindern können.

Eigentlich hätte Virtual Case File bereits Ende 2003 in Betrieb gehen sollen. Das FBI erhielt aber erst im vergangenen Monat einen Prototypen der Software von Science Applications International (SAIC), das bereits rund 170 Millionen Dollar für die Entwicklung erhalten hatte. Das FBI halte die Software für unzureichend und bereits überholt und setze sie eigentlich nur noch für Testzwecke ein, um die Anforderungen für ein neues Design zu ermitteln, schreibt die "Times.

SAIC-Sprecher Ron Zollars erklärte lediglich, man habe die Auslieferung der ersten Softwareversion im vergangenen Monat erfolgreich abgeschlossen, und lehnte jeden weiteren Kommentar ab. "Wenn die Software versagt, wirft uns das weit zurück", zitiert die Zeitung den US-Senator Judd Gregg, der den für die FBI-Finanzierung zuständigen Unterausschuss leitet. (tc)