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Bereitschaft zu unbezahlten Überstunden lässt nach

18.05.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - In den USA bahnt sich eine heftige Kontroverse zum Thema Überstunden in der IT-Branche an. Auslöser ist nicht zuletzt die vom Spieleentwickler Electronic Arts (EA) vorgenommene Regelung, wonach einige Mitarbeiter nun ihre Überstunden ausbezahlt bekommen, aber von anderen Zusatzleistungen wie etwa einer Gewinnbeteiligung ausgeschlossen werden (Computerwoche.de berichtete). Den erfolgreichen Protesten der EA-Mitarbeiter folgten Sammelklagen von Beschäftigten anderer Spieleschmieden und des IT-Serviceriesen Computer Sciences, die sich gegen die Verletzung der Überstundenregelung wehrten. Dem im kalifornischen El Segundo ansässigen IT-Dienstleister wurde vorgeworfen, er habe bestimmte Tätigkeiten absichtlich falsch klassifiziert, um von Regelungen zu profitieren, die es Arbeitgebern gestatten, bei Software-Entwicklungsjobs Überstunden nicht zu vergüten. Um den Streit beizulegen, zahlte der Konzern letztendlich rund 24 Millionen Dollar in einen Vergleichstopf, die an bis zu 30.000 Mitarbeiter verteilt werden (Computerwoche.de berichtete).

Wegen der widersprüchlichen und zum Teil kontroversen Gesetzeslage ist zu erwarten, dass es zu weiteren Prozessen kommt. So schreibt ein US-Gesetz vor, dass Mitarbeiter im Normalfall Anspruch auf die Bezahlung von Überstunden haben, wenn sie mehr als 40 Stunden pro Woche arbeiten. Gleichzeitig gibt es aber für IT-Fachkräfte eine Reihe von Ausnahmen, abhängig von der Höhe der Bezahlung, der Berufsbezeichnung und des Einsatzgebiets. Die Tatsache, dass einige dieser Kriterien im vergangenen Jahr geändert wurden, macht die Bewertung zusätzlich schwierig. Fest steht, dass sich zunehmend mehr IT-Angestellte geregelte Arbeitszeiten oder zumindest eine angemessene Bezahlung wünschen. So berichtet der Anwalt der CSC-Mitarbeiter, dass er nach dem Bekanntwerden des Streitfalls zahlreiche Anfragen von Mitarbeitern anderer IT-Unternehmen erhalten habe. (mb)