Boston Consulting sucht Umsteiger

Berater mit Erfahrung in der Industrie bevorzugt

Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 18 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisert.
Die meisten Unternehmensberatungen rekrutieren ihren Nachwuchs direkt von der Hochschule. So auch die Boston Consulting Group, die daneben aber gezielt Bewerber mit Erfahrung in der Industrie ansprechen will.

Christian Greiser studierte Maschinenbau und arbeitete acht Jahre lang als Vertriebsingenieur, Produkt-Manager und Projektdirektor für einen Turbinenhersteller. Dann wechselte er zur Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG), für die er mittlerweile als Geschäftsführer das Recruiting verantwortet. Nun will Greisser mehr Umsteiger für eine Beraterkarriere gewinnen: "Wir legen bei der Zusammenstellung der Teams viel Wert auf Vielfalt. Nicht nur was die Fachrichtung betrifft, sondern auch mit Blick auf die gesammelten Erfahrungen. Die Teammitglieder ergänzen sich - und gerade so entstehen häufig die besten Ideen."

Von der Luftfahrt in die Beratung

Elise Roume hatte sich nach ihrem Studium der Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften in Frankreich für einen Karrierestart in der strategischen Planung eines Luftfahrtkonzerns entschieden. Nach eineinhalb Jahren dachte sie über Alternativen nach und stieg 2006 bei BCG in Hamburg ein. "Ich wollte mich noch nicht so früh spezialisieren, sondern andere Branchen, Unternehmen, Managementfunktionen und Aufgaben kennen lernen", begründet sie ihren Wechsel. Ihr Wunsch erfüllte sich: Mittlerweile hat sie bereits Kunden aus dem Energiesektor, der Industriegüter- und der Telekommunikationsbranche betreut und sich mit ganz unterschiedlichen Aufgaben befasst. So half sie einem Unternehmen, seine Personalarbeit zu verbessern, und entwickelte für einen anderen Kunden eine neue Vertriebsstrategie.

"Ich kann mich gut in den Kunden hineinversetzen"

Auch Andreas Otto, der vergangenen Herbst nach vier Jahren als Markenverantwortlicher eines Haushaltsgeräteherstellers zu BCG kam, war auf der Suche nach einem breiteren Tätigkeitsfeld. "Zunächst war natürlich vieles neu für mich: Regelmäßige Reisen, ständig neue Aufgaben, gleichzeitig flache Hierarchien und vom ersten Tag an eigenverantwortliches Handeln - das war schon anders als bei meinem früheren Job", berichtet Otto. Von seiner früheren Berufserfahrung profitiert der Berater dennoch: "Ich kenne die Prozesse in anderen Unternehmen und kann mich gut in die Situation der Kundenmitarbeiter hineinversetzen. Ich weiß, mit welchen Schwierigkeiten sie zu kämpfen haben und wie ich sie am besten unterstützen kann." Da er künftig vor allem Konsumgüterunternehmen beraten möchte, kommt ihm überdies seine Branchenkenntnis zugute.

Vom Mediziner zum Klinik-Manager

"Gerade Absolventen von Studiengängen jenseits der BWL haben die Möglichkeit, sich umfangreiches Wirtschaftswissen anzueignen. Dadurch erschließen sie sich ganz neue Karrieremöglichkeiten", wirbt BCG-Geschäftsführer Greiser. Auch außerhalb der Beratung öffneten sich neue Türen. Beispielhaft sei die Karriere eines Mediziners, der sich nach dem Studium mehr für Geschäftsberichte als für Skalpelle interessierte. Erste Erfahrungen in der Welt der Wirtschaft sammelte er als Trainee eines Pharmakonzerns, anschließend erarbeitete er sich in einer vierjährigen Beratertätigkeit ein umfassendes Management-Know-how - und ist heute Geschäftsführer einer großen Privatklinik.

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