Linux- und Open-Source-Rückblick für KW 48

Benchmark: Ubuntu 14.10 schlägt Yosemite

Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TECCHANNEL und COMPUTERWOCHE sowie als Privatdozent.
Phoronix hat Ubuntu 14.10 und Mac OS X „Yosemite“ in einem Benchmark auf einem MacBook Air verglichen. Ubuntu gewinnt.

Die COMPUTERWOCHE zeigt die wichtigsten Informationen zu Linux und Open-Source in Kalenderwoche 48. In wenigen Tagen kommt die finale Version von Linux Mint 17.1. Ein Debian-Fork, der sich Devuan nennt. Ab sofort gibt es ARMv8-Gene-X-C1-Entwickler-Systeme mit Ubuntu 14.04 LTS. Mageia 3 ist offiziell in die digitale Rente geschickt. Fedora 21 RC 1 ist testbereit.

Ubuntu 14.10 schlägt Mac OS X „Yosemite“

Benchmarks sind zunächst einmal immer mit etwas Vorsicht zu genießen. Allerdings sind die Ergebnisse von Phoronix dennoch erstaunlich. Das gilt vor allen Dingen deswegen, weil man auf Apple-Hardware gebenchmarkt hat. Unter anderem hat man Nexuiz, Urban Terror, Xonotic, PolyBench eingesetzt und Ubuntu 14.10 hatte überall die Nase vorn. Schlechter hat sich Ubuntu 14.10 nur mit Clang geschlagen oder zumindest eine ähnliche Performance geliefert.

Lediglich bei GraphicsMagick konnte sich Mac OS X auf gleichem Niveau halten. Bei C-Ray konnte sich Mac OS X „Yosemite“ knapp durchsetzen. Es half dem Mac-Betriebssystem auch nichts, dass als Test-Computer ein MacBook Air Core i5 Haswell zum Einsatz kam. Sie können die Resultate selbst nachlesen.

Linux Mint 17.1

Die ISO-Abbilder von Linux Mint 17.1 „Rebecca“ für die Desktop-Umgebungen Cinnamon und MATE haben die QA bestanden und sind als stabil deklariert. Ab sofort ist das Betriebssystem verfügbar. Linux Mint 17.1 basiert auf Version 17 und somit auf Ubuntu 14.04 LTS. Allerdings bringt die neueste Iteration die Desktop-Umgebung Cinnamon 2.4 mit sich, die viele Verbesserungen beinhaltet. Wer Linux Mint bereits am Laufen hat, muss nicht neu installieren.

Da beide Versionen die selbe Basis verwenden, lässt sich das Betriebssystem einfach Online aktualisieren. Das ist ein Novum bei Linux Mint. Bisher hat man immer zu einer Neuinstallation geraten. Anwender haben die Wahl, ein Upgrade durchzuführen oder Linux Mint 17 weiterhin zu benutzen. Genaue Instruktionen soll es in den kommenden Tagen geben. Sie finden die Abbilder für 32- und 64-Bit im Download-Bereich der Projektseite.

Devuan: Ein Debian-Fork ohne systemd

Die Debian-Community ist tief zerstritten. Stein des Anstoßes ist systemd, das künftig auch in Debian implementiert sein soll. Diverse Entwickler haben das technische Komittee bereits verlassen und nun gibt es sogar einen Fork, der sich Devuan nennt. In der offiziellen Ankündigung erklären die Entwickler die Gründe, warum man nicht auf systemd sondern lieber auf das alte Init-System setzen möchte. Mittelfristig wollen die Entwickler eine minimale Basis-Distribution zur Verfügung stellen. Sie soll in etwa mit Debian 8 „Jessie“ fertig sein.

ARMv8 X-Gene X-C1 mit Ubuntu 14.04

ARM-basierte Server sind keine Seltenheit mehr. So genannte SoC-Systeme (System on a Chip) sind stromsparend und lassen sich gut skalieren. Ubuntu unterstützt ARMs neue ARMv8-64-Bit-Architektur. Somit ist Ubuntu 14.04 LTS das erste kommerzielle Betriebssystem, das Unterstützung für 64-Bit-ARM anbietet.

Applied Micro ist der erste Anbieter, der ein komplettes Produkt mit 64-Bit ARMv8 SoC zur Verfügung stellt. Das X-Gene Storm bietet acht Kerne mit 2,4 GHz und DualDDR3-Channel an. Weitherin sind Gen3 SATA, sowie 1 Gigabit- und 10 Gigabit-Ethernet an Bord. Wer sich dafür interessiert, findet weitere Informationen auf der Entwickler-Programm-Seite.

Mageia 3 wird nicht mehr unterstützt

Mageia 3 wurde im Mai 2013 veröffentlicht. Seit wenigen Tagen wird die Linux-Distribution nicht mehr weiter mit Updates versorgt und ist somit offiziell eingestellt. Anwender sollten so schnell wie möglich auf Mageia 4 aktualisieren. Mageia 5 erscheint aller Voraussicht nach im Januar 2015. Ein Upgrade wird nur von Mageia 4 unterstützt.

Fedora 21 RC 1

Ab sofort steht eine Veröffentlichungs-Kandidat für Fedora 21 zur Verfügung. Interessierte finden Download-Links in der offiziellen Ankündigung. Geht alles gut, erblickt die finale Version am 9. Dezember 2014 das Licht der Welt.