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Belgische Copiepresse siegt vor Gericht gegen Google

13.02.2007
Ein belgisches Gericht hat im Sinne verschiedener Zeitungen entschieden, die Google wegen Urheberrechtsverletzungen verklagt hatten.

Google hält den Nachrichtensammeldienst weiterhin für "völlig legal" und will Berufung einlegen. Vertreten wurden die 18 zumeist französischsprachigen Blätter durch den Verband Copiepresse. Ihr Vorwurf: "Gecachte" Links der Suchmaschine machten archivierte Artikel frei zugänglich, die üblicherweise im Abonnement verkauft würden.

Das Brüsseler Gericht verurteilte Google nun dazu, jegliche Artikel, Fotos oder Links von seinen Seiten (darunter auch Google News) zu entfernen, die ohne Erlaubnis der Zeitungen angezeigt würden.

Für die Zukunft dürfen die Blätter Google Verstöße gegen ihr Copyright per E-Mail melden. Die Internet-Firma hat dann 24 Stunden Zeit, die entsprechenden Inhalte zu entfernen, andernfalls drohen ihr 1000 Euro Geldbuße pro Tag.

Rückwirkend verdonnerte das Gericht Google zu einer Strafe von 25.000 Euro für jeden Verstoßtag - drastisch weniger als ein früheres Urteil, das mit einer Million Euro Strafe pro Tag gedroht hatte.

Google hatte bereits im September Inhalte von und Links zu Copiepresse-Zeitungen wie "Le Soir" und "La Derniere Heure" von seinen Seiten genommen. Die Höhe der Gesamtstrafe ist damit unklar.

Die Internet-Firma wollte das Urteil nicht kommentieren und es erst durch seine Anwälte genauer prüfen lassen. Sie äußerte sich aber enttäuscht und kündigte Berufung an.

"Wir halten Google News für vollkommen legal", erklärte Google. "Wir zeigen immer nur die Überschriften, einige Textschnipsel und Thumbnail-Bilder. Wenn Leute die ganze Story lesen wollen, müssen sie sich zur Website der Zeitung durchklicken." Damit tue Google News Zeitungen in Wahrheit einen Gefallen, indem es diesen zusätzlichen Traffic beschere.

Weswegen das Gericht aber trotzdem keine Ausnahme vom belgischen Datenspeicherungsrecht machen wollte. Copiepresse hat übrigens auch schon Warnschreiben an Yahoo! und Microsoft verschickt, denen es die gleichen Praktiken vorwirft wie Google. Yahoo! sei dabei, wie Google die entsprechenden Verweise zu entfernen; mit MSN werde noch verhandelt. (tc)