Beim Outsourcing geht es nicht nur um Geld

08.08.2002
Von Martin Woyke
MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Outsourcing muss keine Alles-oder-nichts-Entscheidung sein. Wer sparen, im Wesentlichen aber selbst über die Qualität seiner IT wachen will, kann sich zur Auslagerung ausgewählter Teilaufgaben entschließen.

Der Kostendruck auf die indirekten Produktionsfaktoren hat sich seit den ersten wirtschaftlichen Abschwungsignalen im zweiten Quartal 2001 kontinuierlich erhöht. Damit wurde vielerorts der Ruf nach IT-Outsourcing wieder laut. Die Vergabe von Aufgaben an Fremdfirmen muss allerdings mit Vorsicht genossen werden, denn Outsourcing ist nicht notwendigerweise gleichzusetzen mit Kostensenkung und führt im schlimmsten Fall zu einer reduzierten Qualität.

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Wenn die Qualität auf der Strecke bleibt

Zwar kann Outsourcing zu Einsparungen führen, trotzdem bleibt grundsätzlich die Frage, ob nicht die gleiche oder sogar eine höhere Kostenreduzierung auch durch innerbetriebliche Verbesserungen möglich gewesen wäre. Denn die gesunkenen Kosten entstehen häufig nicht durch gewachsene Effizienz, sondern eher durch ein ersatzloses Streichen von Aufgabenfeldern. Unternehmen, die schon seit langem mit ausgelagerten IT-Leistungen leben, können hiervon ein Lied singen.

Prinzipiell ist gegen eine Verringerung von Leistungen, sofern sie am Bedarf orientiert ist, nichts einzuwenden: Zu oft haben sich über die Jahre Leistungssituationen eingespielt, die weder wirtschaftlich noch betrieblich motiviert sind. Entscheidend ist, wie man zu einem messbaren Ergebnis kommt: über eine bewusste Leistungsanpassung und -steuerung (Service-Level-Agreements und Management) oder über eine zufällige Leistungsreduzierung, weil der Outsourcer keine anderen Dienste erbringen kann oder will.

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