Smartphones

Bei HTC läuft es in Europa nicht rund

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
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HTC hat vergangene Woche seine Umsatz- und Margenprognose senken müssen.

Als Gründe führte der taiwanische Smartphone-Bauer eine unerwartet schwache Nachfrage in Europa sowie durch einen Patentstreit mit Apple verspätete Markteinführungen neuer Modelle in den USA an. Der Umsatz im zweiten Quartal soll nur noch rund 91 Milliarden New Taiwan Dollar (umgerechnet drei Milliarden US-Dollar) betragen und damit 13 Prozent geringer ausfallen als noch Ende April mit 105 Milliarden NTD prognostiziert. Außerdem senkte HTC die Prognose für die operative Marge von elf auf neun Prozent, wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtete.

HTC musste damit bereits zum zweiten Mal binnen drei Quartalen die eigene Prognose zusammenstreichen. Im vergangenen November hatten die Taiwaner bereits ihre Umsatzerwartung um 23 Prozent gekürzt, nachdem sie weniger als einen Monat zuvor noch einen Anstieg der Erlöse für ihr viertes Quartal avisiert hatten. HTC steht mit seinen Smartphones in scharfem Wettbewerb zu unter anderem Apple, Samsung, Nokia und RIM.

"Sie spielen das Wettbewerbsproblem herunter", erklärte der Analyst Matthew Thornton von Avian Securities (der HTC mit "neutral" bewertet). "Sony, RIM und Nokia bepreisen ihre Geräte in Europa allesamt sehr aggressiv, gleichzeitig macht die wirtschaftliche Situation das Geschäft für alle Teilnehmer gleichermaßen schwer."

Die Aktie von HTC hat im Laufe dieses Jahres an der Börse in Taipeh bereits 18 Prozent an Wert verloren; am vergangenen Dienstag schloss das Papier dort bei 406 NTD. Im vergangenen Jahr büßte das HTC-Papier bereits 42 Prozent ein.