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Bei Dell heißt es weiter nur Intel inside

24.02.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Dell-Chef Kevin Rollins hat auf einer Anlegerkonferenz von Goldman Sachs in Phoenix erklärt, seine Firma werde wohl nicht Prozessoren von Advanced Micro Devices (AMD) in seinen Rechnern verbauen - schlechte Nachrichten für den Hersteller in seinem ewigen Kampf David gegen Goliath-Intel.

Dell kauft seit Urzeiten seine Prozessoren ausschließlich bei Intel ein. Nachdem AMDs Chips wettbewerbsfähiger wurden und es bei Intel zu einer Reihe von Pannen und Verzögerungen gab, habe man diese Politik überdacht, räumte Rollins ein. Inzwischen habe Intel aber seine Roadmap verbessert, sodass bei Dell wohl alles beim Alten bleibe. "Jetzt sieht es nach 'Nein' aus", sagte Rollins. "Eine Zeitlang sah es nach 'Ja' aus."

Der Aktie von AMD bekam die Äußerung nicht so gut - das Papier ging gestern zum Fixing um 40 Cent oder knapp zweieinhalb Prozent leichter aus dem NYSE-Handel. Seit Anfang des Jahres hat die Aktie bereits rund 25 Prozent an Wert verloren.

Seine Server-Prozessoren verkaufte AMD zuletzt erfolgreich an Tier-One-Hersteller wie IBM, Hewlett-Packard und Sun. Mit Prozessoren für Unternehmens-Desktops hatte der Hersteller bislang aber weniger Glück. Gerade in diesem Markt ist Dell ein wichtiger Player - 38 Prozent aller im vierten Quartal an US-amerikanische Firmenkunden verkauften PCs kamen vom texanischen Direktanbieter. Das sind laut Roger Kay von der IDC mehr als doppelt so viele wie vom Zweitplatzierten HP. (tc)