IT intim - die Sorgen der CIOs

Bei Audi ist das iPhone IT-seitig integriert

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Wie haben Sie sich auf das Ende der Krise vorbereitet?
Klaus Straub, CIO, Audi
Klaus Straub, CIO, Audi
Foto: Audi AG

Tatsächlich müssen sich die Unternehmen jetzt fragen, ob sie sich an den richtigen Stellen fit gemacht haben, um zügig durchstarten zu können. Audi hat gerade seine Agenda 2015 um fünf Jahre in die Zukunft ausgeweitet. Die IT unterstützt den Konzern in seinen Zielen. Und die bestehen zuallererst darin, die Kunden nicht nur zufrieden zu stellen, sondern auch zu begeistern.

Deshalb rüsten wir unsere Automobile mit nützlichen und technisch fortgeschrittenen Funktionen aus. Dazu zählen etwa die im neuen Audi A8 angebotenen Online-Dienste, die aktuelle Reise- und Wetterinformationen, Nachrichten oder individuelle Points of Interest (PoI) aus dem Internet laden. Zudem hat der Kunde die Möglichkeit, seine Reise von zu Hause aus über das Internet zu planen. Das IT-Backend bei Audi überträgt dann die Route direkt ins Auto.

Darüber hinaus beschäftigen wir uns intensiv mit dem Thema Smartphones. Seit Mitte letzten Jahres sind zum Beispiel iPhones bei uns Business-fähig, das heißt, auf der Support- und Security-Seite mit der Audi-IT integriert. Wir analysieren auch die Einsatzmöglichkeiten eines iPad, beispielsweise für Arbeitsanweisungen in der Montage oder für die Partner im Handel. Hier verfolgen wir einen Customerization-Ansatz - um den Kollegen im Fachbereich verschiedene Möglichkeiten anzubieten. Die Grenzen zwischen dem Audi-Mitarbeiter im Dienst und der Privatperson verschwimmen heute zunehmend. Deshalb sagen wir: Wenn es organisatorisch und unter Beachtung der Sicherheitsanforderungen machbar ist, sollen die Mitarbeiter die von zu Hause gewohnten Tools auch im Job nutzen können. Wer hier nicht flexibel ist, dem ergeht es wie dem klassischen IT-Leiter, der im Jahr 2000 den Boom des World Wide Web versäumt hat.

Auf der Microsoft-Seite bereiten wir die flächendeckende Einführung von Windows 7 für 35.000 Engeräte vor. Wir machen das "On the Fly", weil wir mit Windows Vista bereits die Voraussetzungen für einen relativ einfachen Umstieg geschaffen haben.

Solche Innovationen können wir angehen, weil wir im Backend kontiuierlich standardisieren und die Ressourcen wertschöpfend einsetzen. Allerdings gibt es ein Thema, das nicht innovativ ist, aber künftig einen großen Teil unserer Mittel verschlingt: IT-Compliance und Risiko-Management. Die Änderungen des Datenschutzrechts, die Flut von Spam-Mails, die immer weiter reichenden Regelungen zur Archivierung elektronischer Dokumente - hierfür muss sich jemand verantwortlich bekennen. Zwar ist es am Ende des Tages der Vorstand, der dafür geradesteht, aber der CIO muss dafür sorgen, dass IT-seitig alle Anforderungen erfüllt sind.