Personaldecke und Euro-Krise belasten

Bechtle streicht Jahresprognose

13.11.2012
Der IT-Dienstleister Bechtle rudert wegen der Krise in Europa und der hohen Zahl an neuen Mitarbeitern bei der Gewinnprognose zurück.
Bechtle-Chef Thomas Olemotz
Bechtle-Chef Thomas Olemotz
Foto: Bechtle

Beim Gewinn vor Steuern sei der Rekordwert aus dem Jahr 2011 nicht mehr zu erreichen, teilte das Unternehmen am Dienstag in Neckarsulm mit. Im Sommer hatte Bechtle-Chef Thomas Olemotz wegen der sich verschärfenden Krise bereits ein kleines Fragezeichen hinter das Ziel eines Gewinnanstiegs gesetzt. Beim Umsatz hält Olemotz an seiner Prognose fest. Demnach soll der Umsatz stärker steigen als der Gesamtmarkt.

Das Unternehmen hatte bereits am 23. Oktober Eckdaten für das Quartal vorgelegt. "Der endgültige Quartalsbericht enthält keine Überraschungen", sagte Analyst Thorsten Reigber von der DZ Bank. An der Frankfurter Börse fiel die Aktie bis zum frühen Nachmittag um 0,33 Prozent auf 27,16 Euro und damit in etwa so stark wie der TecDax.

Im dritten Quartal stieg der Umsatz um knapp ein Prozent auf 501,6 Millionen Euro. Dabei stützte sich Bechtle weiterhin auf das starke Heimatgeschäft. Grund ist, dass der Mittelstand, auf den sich Bechtle spezialisiert hat, weiter stark investierte. In Deutschland wuchs Bechtle um 6,5 Prozent, während das Auslandsgeschäft um mehr als zehn Prozent schrumpfte. Dieses Bild zeichnete sowohl das Stammgeschäft mit Systemhäusern als auch die Sparte IT-E-Commerce.

Die Einbrüche im Ausland und die hohe Personaldecke schlugen auf den operativen Gewinn durch. Bechtle hatte im Schnitt 612 Mitarbeiter mehr als ein Jahr zuvor - das entspricht einem Anstieg von knapp zwölf Prozent. Bechtle hatte mit Systemhäusern expandiert. Dafür stockten die Neckarsulmer die Belegschaft massiv auf. Vor Zinsen und Steuern verringerte sich das Ergebnis um 15,5 Prozent auf 18,7 Millionen Euro. (dpa/tc)

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