Erwartungen übertroffen

Bechtle steigert Umsatz und Gewinn deutlich

12.08.2010
Der IT-Dienstleister Bechtle hat im zweiten Quartal vom Konjunkturschub und von der Investitionsbereitschaft öffentlicher Auftraggeber profitiert.

Bechtle konnte Gewinn und Umsatz über die Erwartungen hinaus steigern. Nach einem bereits starken Jahresauftakt erlösten die Neckarsulmer im Zeitraum zwischen April und Juni 375 Millionen Euro nach einem Vorjahresumsatz von 322,2 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag mit 10,64 Millionen Euro um 62,7 Prozent über dem Ergebnis des Vorjahres, wie Bechtle am Donnerstag mitteilte.

Deutliche Gewinnsteigerung

Unterm Strich machte das im TecDax notierte Unternehmen einen Gewinn von 8,32 Millionen Euro und verdoppelte damit nahezu den Wert des Vorjahres. Die Analysten hatten mit Zuwächsen in geringerem Ausmaß gerechnet. Für Bechtle waren die Zahlen nach Angaben einer Sprecherin vergleichbar mit den Ergebnissen des Erfolgsjahres 2008. Wie gewohnt gab Bechtle keine konkrete Prognose für das laufende Jahr. Am Aktienmarkt wurden die Zahlen verhalten aufgenommen. Das Bechtle-Papier pendelte in der ersten halben Handelsstunde um den Vortagesschluss.

Bechtle-Chef Thomas Olemotz
Bechtle-Chef Thomas Olemotz
Foto: Bechtle

"Dank der deutlichen konjunkturellen Belebung und der anhaltend hohen Investitionsbereitschaft von Unternehmen und öffentlichen Auftraggebern konnten wir auch im zweiten Quartal erfreulich zulegen", sagte Bechtle-Chef Thomas Olemotz am Donnerstag. Das Unternehmen habe Marktanteile gewonnen. Im Juni hatten die Baden-Württemberger die norddeutsche Systemhausfirma iits mit einem Jahresumsatz 2009 von 40 Millionen Euro übernommen.

Erfolgreiche Expansion

Im Mai hatte Bechtle seine Handelssparte mit dem ersten osteuropäischen Standort Polen auf 12 Länder ausgeweitet. 45 neue Stellen schuf das Unternehmen durch die Eröffnung eines neuen Handelsstandortes in Breslau. Ende Juni arbeiteten 4.440 Menschen für Bechtle. Hinweise auf weitere Zukäufe im laufenden Jahr gab das Unternehmen am Donnerstag im Quartalsbericht nicht. Analysten hatten dies zum Teil erhofft.

Das Unternehmen, das seine Erlöse vor allem auf dem deutschsprachigen Systemhausmarkt erzielt, investierte im zweiten Quartal in Weiterbildungsmaßnahmen der E-Commerce-Mitarbeiter und richtete ein konzernweites Vertriebsprogramm ein. Betriebsaufwendungen und Verwaltungskosten stiegen dadurch. Die Maßnahmen machten sich allerdings auch im Umsatz positiv bemerkbar.

Vorsichtig optimistisch

Für die zweite Jahreshälfte blieb Olemotz beim vorsichtigen Optimismus und betonte die Abhängigkeit zur Konjunktur. Bei stabiler Lage wolle Bechtle Umsatz und Ergebnisse deutlich steigern. Gerade im Hardwaresegment rechnen die Neckarsulmer mit Wachstum. Das Unternehmen, dass auch Microsoft-Produkte vertreibt, geht davon aus, dass viele Firmen in der zweiten Jahreshälfte auf das erfolgreiche Betriebssystem Windows 7 umrüsten. Öffentlichen Auftraggebern stünden zudem noch Mittel aus dem Konjunkturpaket 2 zur Verfügung.

Die weitere Wirtschaftsentwicklung ist für den IT-Dienstleister auch mit Risiken behaftet: Der geschwächte Euro und Währungsschwankungen hatten Zulieferer in Übersee die Preise erhöhen lassen. Darüber hinge die Investitionsbereitschaft der Auftraggeber auch von etwaigen neuen Rezessionsängsten in Europa und den USA ab. (dpa/tc)