Gewinnerwartung übertroffen

Bechtle hat die Talsohle durchschritten

11.11.2009
Der IT-Dienstleister Bechtle hat aus eigener Sicht im dritten Quartal die Trendwende geschafft.
Bechtle-Chef Thomas Olemotz
Bechtle-Chef Thomas Olemotz

"Viele Indikatoren deuten darauf hin, dass die Talsohle durchschritten ist", sagte Firmenchef Thomas Olemotz am Mittwoch in Neckarsulm. Er blicke optimistisch in die Zukunft. Ganz auf den Höhen des vergangenen Boomjahres ist das Geschäft jedoch nicht: Von Juli bis September musste Bechtle einen Umsatzrückgang um mehr als sechs Prozent auf 323,3 Millionen Euro verkraften. Unterm Strich verdiente das Unternehmen dank seiner Sparbemühungen mit 8,3 Millionen Euro jedoch deutlich mehr als von Analysten erwartet. Vor einem Jahr hatten 13,3 Millionen Euro unter dem Strich gestanden.

Von Quartal zu Quartal hat sich die Situation bei Bechtle entspannt. Ganz auf den Höhen des vergangenen Boomjahres ist das Geschäft jedoch noch nicht wieder angelangt: Von Juli bis September musste Bechtle einen Umsatzrückgang um mehr als sechs Prozent auf 323,3 Millionen Euro verkraften. Besonders der Computer-Versandhandel litt unter der Flaute. Zum einen stellten viele Firmen ihre Anschaffungen für neue IT zurück, zum anderen verfielen die Preise für Hardware zusehends.

Versandgeschäft startet in Polen

Glimpflicher kam das zweite Standbein der Systemhäuser davon, die komplexe Dienstleistungen rund um die IT anbieten. Hier wirkte sich abermals das Geschäft mit der öffentlichen Hand stützend aus. Dagegen hielten sich die Industriekunden weiter zurück. Bechtle betreibt 56 Systemhäuser in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mit ihrem Versandhandel sind die Neckarsulmer in fast ganz Europa vertreten, im zweiten Quartal starten sie auch in Polen.

Bechtle ist der Wirtschaftskrise mit Stellenstreichungen und Kurzarbeit begegnet. Ende September arbeiteten noch rund 3360 Menschen für das Unternehmen nach knapp 4400 vor einem Jahr. Der Abbau traf alleine den Versandhandel, während die Systemhäuser einstellten. Dank der Sparbemühungen verdiente Bechtle im dritten Quartal unterm Strich mehr als Analysten erwartet hatten: 8,3 Millionen Euro. Vor einem Jahr hatte das Unternehmen 13,3 Millionen Euro übrig behalten.

Hoffen aufs Jahresende

"Ungeachtet der verbleibenden Unsicherheiten wird Bechtle auch 2009 ein solides, im Branchenkontext sehr gutes Ergebnis erwirtschaften", sagte Unternehmenschef Olemotz. Eine genaue Prognose traute er sich indes nicht zu. Für Bechtle ist wie jedes Jahr das Schlussquartal entscheidend. Dann schöpfen viele Unternehmen und vor allem die öffentlichen Auftraggeber traditionell ihre Budgets aus. (dpa/tc)