Plattenfirma wirft Computerhersteller Vertragsbruch vor:

Beatles wollen Apple den Sound verderbe

03.03.1989

LONDON (CW) - Vor dem Obersten Britischen Gericht liegt zur Zeit ein Verfahren "Apple" gegen "Apple" vor, bei dem es um nicht weniger als die Erlaubnis zur Nutzung des Namens ,,Apple" durch den US-Computerhersteller geht.

Eingereicht wurde die Klage von der britischen Apple Co., der einstigen Beatles-Plattenfirma, die jetzt zwei Ex-Beatles und dem US-Musiker Michael Jackson gehört. Im Jahr 1981 hatten die britische Apple Co. und die kalifornische Apple Computers ein Abkommen über die Nutzung des Namens "Apple" für Computer geschlossen. Demnach durften die Amerikaner "Apple" als Markennamen für Computer verwenden, solange diese Geräte nicht zur Herstellung oder Verarbeitung von Musik fähig waren. Die britische Zeitung "Financial Times" schrieb jetzt, daß nach Ansicht des Ex-Beatles-Unternehmens die neuen Macintosh-Rechner jedoch sehr wohl zur Musikproduktion geeignet sind. Außerdem liefere Apple ein Zusatzgerät aus, das an die MIDI-Schnittstelle des Mac angeschlossen werden kann und speziell für Musiker geeignet ist.

Die britische Apple Co. sieht dies als Bruch des Abkommens von 1981 und verlangt jetzt von Apple-Computers, daß alle neuen Macintosh-Rechner und das MIDI-Gerät weltweit nicht mehr unter dem Markennamen Apple verkauft werden.