Beratung

Bearingpoint verkauft Emea-Geschäft

Sabine Prehl ist freie Journalistin und lebt in München.
Die Management- und Technologieberatung Bearingpoint agiert in Europa künftig als eigenständiges Unternehmen.
Foto: BearingPoint

Das angeschlagene US-amerikanische Beratungshaus Bearingpoint Inc. verkauft seine Geschäftseinheit Emea (Europa, Naher Osten und Afrika) für rund 69 Millionen Dollar. Bearingpoint Emea wird künftig als rechtlich unabhängiges Unternehmen agieren, das als Partnerschaft im Besitz des Managements unter Leitung von Peter Mockler geführt wird. Die Marke "BearingPoint" bleibt bestehen. Auch an der Strategie soll sich - abgesehen von "kleineren Anpassungen", die nach dem Abschluss bekannt gegeben werden - nichts ändern.

"Der Management-Buyout ist der beste Weg für unsere Kunden und für unsere Mitarbeiter", ist Mockler überzeugt. Der Europa- und Deutschland-Chef hatte sich schon seit geraumer Zeit gewünscht, die Geschäfte in Eigenverantwortung weiterzuführen, um flexibler agieren und die Kosten senken zu können. Auch die anderen europäischen Landesgesellschaft unterstützten diesen Plan. Der Verkauf soll spätestens am 31. August 2009 abgeschlossen sein. Voraussetzung ist die Genehmigung durch das US-amerikanische Konkursgericht. Firmenvertretern zufolge handelt es sich dabei aber um eine Formalität. Der Deal sei im Vorfeld gründlich abgesprochen worden.

BearingPoint hatte in den letzten Jahren Schulden in Höhe von 900 Millionen Dollar angehäuft. Im Februar beantragte das Unternehmen Gläubigerschutz nach Chapter 11. Seitdem trennt es sich sukzessive von seinen Einheiten. Im Mai ging der größte Batzen, die erfolgreiche nordamerikanische Business-Unit Public Services, für 350 Millionen an Deloitte. Im Juni verkaufte Bearingpoint den Großteil der Commercial Services Nordamerika für 44 Millionen Dollar an PricewaterhouseCoopers (PwC) - inklusive der Offshore-Zentren in China und Bangalore. Auch der IT-Serviceanbieter Keane hat sich ein Stück des Kuchens in den USA gesichert. Das Japan-Business verleibte sich PwC für knapp 45 Millionen Dollar ein. Und vor drei Wochen hat Bearingpoint angekündigt, seine Brasilien-Einheit mit rund 550 Mitarbeitern an den IT-Dienstleister CSC zu verkaufen.