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Bea wächst solide, doch die Lizenzeinnahmen schrumpfen

25.02.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das kalifornische Softwarehaus Bea Systems hat das Geschäftsjahr 2004/5 (Ende: 31. Januar) mit einem soliden vierten Quartal abgeschlossen. Dem Anbieter von Infrastruktursoftware gelang es im abgelaufenen Dreimonatszeitraum, seinen Nettoprofit gegenüber dem Vorjahresquartal um sechs Prozent auf 41,6 Millionen Dollar beziehungsweise zehn Cent je Aktie zu verbessern. Bereinigt um Akquisitionskosten und andere Sondereffekte erzielte Bea einen (Pro-forma-)Profit von elf Cent je Anteil - ein Cent mehr als die Wall-Street-Analysten im Schnitt erwartet hatten.

Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um fünf Prozent auf 290,8 Millionen Dollar. Die von Thomson First Call befragten Analysten waren im Schnitt von Einnahmen in Höhe von 285,4 Millionen Dollar ausgegangen. Bea profitierte vor allem von den um fast 18 Prozent auf 159 Millionen Dollar gestiegenen Service- und Wartungseinnahmen. Gleichzeitig musste die Company jedoch bei den Lizenzerlösen mit dem Kernprodukt "Weblogic" einen weiteren Rückgang um acht Prozent auf 131,8 Millionen Dollar hinnehmen. Wahrscheinlicher Grund für die bröckelnde Nachfrage sind zum einen Konkurrenzprodukte von Wettbewerbern wie IBM, zum anderen die zunehmend beliebten Open-Source-Appserver von JBoss, ObjectWeb und der Apache Software Foundation.

Im Gesamtjahr 2004/5 schrumpften Beas Softwareeinnahmen im Jahresvergleich sogar um mehr als neun Prozent auf 483 Millionen Dollar. Insgesamt konnten die Kalifornier jedoch ihren Umsatz um sieben Prozent auf 1,08 Milliarden Dollar anheben. Der Nettogewinn stieg um 14 Prozent auf 131 Millionen Dollar oder 32 Cent pro Aktie.

Wenig überraschend erklärte sich Bea-CEO Alfred Chuang mit den Resultaten allgemein zufrieden. Insbesondere was die Lizenzerlöse betreffe, hätte das Unternehmen aber besser abschneiden können. Neues Wachstum in diesem Bereich verspricht sich Chuang durch verstärkte Marketing-Maßnahmen bei seinen Bestandskunden. Gleichzeitig sollen Beas neue Produkte im laufenden Jahr sowie ein erweitertes Vertriebsprogramm für Lizenzwachstum sorgen.

Außerdem gab das Unternehmen einen weiteren Abgang im Management-Team bekannt: Nach knapp drei Jahren kehrt Olivier Helleboid, Leiter des Bereichs Strategie und Entwicklung von Bea, zu seinem früheren Arbeitgeber Hewlett-Packard zurück. Ersetzt wird Helleboid durch den bisherigen Finanzchef William Klein. Zu dessen Nachfolger wurde Mark Dentinger bestimmt. (mb)