Merger der Usergroups

Bea-Nutzer schlüpfen bei Doag unter

Spezialgebiet Business-Software: Business Intelligence, Big Data, CRM, ECM und ERP; Betreuung von News und Titel-Strecken in der Print-Ausgabe der COMPUTERWOCHE.
Nachdem Oracle den Konkurrenten Bea Systems geschluckt hat, sind nun auch die Anwendergruppen beider Softwarehersteller unter dem gemeinsamen Dach der Deutschen Oracle Anwendergruppe (Doag) vereint.

Oracle war beim Middleware-Konkurrenten Bea Anfang des Jahres erst nach einer deutlichen Erhöhung seines Übernahmeangebots zum Zuge gekommen. Ohne Streit scheint dagegen der Merger der beiden Anwendergruppen über die Bühne gegangen zu sein. Inzwischen ist die Deutsche Bea Usergroup in die Deutsche Oracle Anwendergruppe (Doag) integriert, hieß es zuletzt. "Nach dem Merger macht es keinen Sinn, zwei Anwendergruppen mit den gleichen Zielen zu führen", erklärte Dietmar Neugebauer, Vorstandsvorsitzender der Doag. Im Rahmen der Oracle-Usergroup hätten die Bea-Anwender eine bessere Plattform, ihre Interessen zu vertreten.

Das könnte in den kommenden Monaten durchaus eine wichtige Rolle spielen. Denn nach wie vor beurteilen viele Bea-Anwender die Übernahme ihres Softwarelieferanten kritisch. "Unternehmen, die sich strategisch auf Bea ausgerichtet haben, sehen die Übernahme durch Oracle mit gemischten Gefühlen", beschreibt Andreas Risch, bisheriger Sprecher der Deutschen Bea Usergroup, die derzeitige Stimmung. Zwar würden strategisch wichtige Produkte wie der Bea Weblogic Server weitergeführt, andere Produkte wie die Portal-Lösungen stellten jedoch eine große Herausforderung dar.

Risch stellt klar, dass sich die Bea-Kunden wehren werden, sollte sich ihre Situation verschlechtern. Vor allem auf steigende Lizenzkosten im Zuge der Konsolidierung der verschiedenen Produktlinien beider Softwarehersteller würden die Anwenderunternehmen "bestimmt nicht positiv reagieren". In diesem Fall sei beispielsweise eine Abwanderung in Richtung Open-Source-Produkte zu befürchten, warnt der Anwendervertreter. "Dies kann nicht im Interesse von Oracle sein." Aus Sicht der Bea-Kunden sei es daher wichtig, adäquate Migrationsszenarien zu bekommen, um einen langfristigen Investitionsschutz zu erhalten.

Die Oracle-Verantwortlichen hatten im Juli bekannt gegeben, wie sich die Produktlinien weiter entwickeln sollen (siehe auch: Oracle enthüllt Produktstrategie für Bea Systems). In diesem Zusammenhang bezeichnete Thomas Kurian, verantwortlich für Oracles Middleware-Sparte, die Weblogic-Linie von Bea als "strategischen J2EE-Server" und beruhigte damit die Bea-Klientel. Ansonsten blieben die Aussagen jedoch wenig konkret. Oracle arbeitet seit Jahren an einem einheitlichen Middleware-Portfolio namens "Fusion". In diesem Rahmen sollen die verschiedenen Produkte von Oracle und Bea miteinander verschmelzen, beispielsweise auch in den Bereichen Entwicklungs-Tools und Portale, in denen es einige Überschneidungen gibt. Was dies für die Anwender bedeutet, ist im Detail noch nicht abzusehen. Allerdings ist zu erwarten, dass nicht nur die Bea-Kunden, sondern auch die Oracle-Anwender noch die eine oder andere Frage bezüglich der Integration an die Oracle-Verantwortlichen stellen werden.