Servicevertrag

Bayer übergibt IT-Center in Mumbai an Capgemini

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Der IT- und Business-Service-Bereich des Bayer-Konzerns übergibt sein IT-Center in Mumbai an den IT-Dienstleister Capgemini, von dem es in der Folge die bislang vom India Delivery Center (IDC) bereitgestellten IT-Services bezieht.
BBS-Chef Daniel Hartert ist überzeugt vom Personalübernahme-Konzept.
BBS-Chef Daniel Hartert ist überzeugt vom Personalübernahme-Konzept.
Foto: Bayer AG

Fünf Jahre lang will die Bayer Business Services GmbH (BBS) die IT-Infrastruktur- und Applikations-Dienstleistungen nun von der Capgemini Deutschland GmbH beziehen. Wie die beiden Vertragspartner mitteilten, bezieht sich der Vertrag auf Leistungen rund um die Entwicklung und den Service für Softwareanwendungen sowie den Betrieb der IT-Infrastruktur - einschließlich des Service-Managements. Es handle sich um dasselbe Dienstleistungspaket, das auch vorher schon von Mumbai aus angeboten wurde.

Als Begründung für die Veräußerung des IDC gab BBS an, dass das Delivery Center eine kritische Größe erreicht habe. Aufgrund der starken Personalfluktuation in Indien sei es besser, die Serviceeinheit von einem Anbieter betreiben zu lassen, der sich im IT-Bereich einen guten Namen gemacht habe. Bayer sei dort eher als Pharma- denn als IT-Anbieter bekannt.

Personalkonzept überzeugte

Eigenen Angaben zufolge hat sich Capgemini in einem umfangreichen Ausschreibungsprozesses auch gegen indische Konkurrenten durchgesetzt. Als seinen Wettbewerbsvorteil bezeichnet der IT-Dienstleister das selbst entwickelte "Rightshore"-Modell, auf dem das eingereichte Angebot beruhe. Neben dem Industrialisierungs- und Rationalisierungsansatz habe aber auch das Konzept für die Übernahme des Personals bei der Entscheidung eine Rolle gespielt.

Capgemini habe hinsichtlich des Portfolios, der bereits starken Präsenz in Mumbai und einem "nachhaltigen" Personalübernahmekonzept überzeugt, bestätigt Daniel Hartert, CEO von Bayer Business Services und Chief Information Manager des Bayer-Konzerns: "Wir haben nach einem strategischen Partner für unser IT-Center in Mumbai gesucht, der von der Kultur und den Werten her zu uns passt."

BBS hatte sich in der Vergangenheit auch selbst als Dienstleister am IT-Service-Markt aufgestellt, wenngleich das Fremdgeschäft höchstens zehn Prozent des Umsatzes ausmachte. Hartert entschied sich vor etwa zwei Jahren für eine strategische Kehrtwendung. Seither konzentriert sich BBS auf den Bayer-Konzern und setzt dort, wo es ökonomisch sinnvoll ist, auch auf die Auslagerung von IT-Diensten.