Aus zehn mach eins

Bankensystem der Finanz Informatik

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Wie die Finanz Informatik die Sparkassen auf ein gemeinsames Kernbanksystem eingeschworen hat - ein Drama in vier Akten.
Die Finanz Informatik, hier das Firmengebäude in Frankfurt am Main, ist der internene IT-Dienstleister der Sparkassen-Organisation.
Die Finanz Informatik, hier das Firmengebäude in Frankfurt am Main, ist der internene IT-Dienstleister der Sparkassen-Organisation.
Foto: FinanzInformatik

"Die IT in einer Organisation zu vereinfachen ist immer eine Herausforderung." Fridolin Neumann spricht aus Erfahrung. Der Mann, der die Geschäfte der Finanz Informatik (FI) verantwortet, ist in den vergangenen 16 Jahren diesen steinigen Weg gegangen. Er erlebte aktiv mit, wie aus ursprünglich zehn regionalen IT-Dienstleistern der Sparkassen und Landesbanken eine gemeinsame Serviceorganisation wurde und wie die heterogene Anwendungslandschaft der Sparkassen peu à peu in ein einheitliches System für Buchung, Kontokorrent und Sparen überführt wurde.

Dieses Unterfangen zog sich über insgesamt neun Jahre hin. Im Juli 2011 meldete die Finanz Informatik Vollzug: Mit Sparkasse Nummer 428 hatte das vorletzte Institut die Einführung des "One System Plus", kurz OSPlus, hinter sich gebracht. Damit war das Mammutprojekt abgeschlossen.

Und was ist mit Nummer 429? "Die Hamburger Sparkasse hat sich für einen anderen IT-Anbieter entschieden" lautet Neumanns Antwort. Die Haspa wählten zumindest in Teilen eine Lösung der SAP AG, weil sie dort ihrer Einschätzung nach einen größeren Funktionsumfang vorfand.

Dies war eine Entscheidung, die jedes einzelne Institut nach seinen eigenen wirtschaftlichen Erwägungen zu treffen hatte, wie Neumann bestätigt. Einen Fraktionszwang im engen Sinn habe es nicht gegeben. Allerdings macht der FI-Geschäftsführer kein Hehl daraus, dass er eine von der Finanz Informatik betriebene Einheitslösung für wirtschaftlich vorteilhafter hält. Zumal das "Plus" im Produktnamen auch noch signalisiere, dass etwaige Vorteile der abgelösten Regionalsysteme in das neue System eingeflossen seien.