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Banken stützen Marconi

17.12.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der hoch verschuldete TK-Ausrüster Marconi kann bis auf weiteres seine Geschäfte fortführen. Das Unternehmen erhielt gestern die Zusage von Banken und Investoren über einen Schuldenerlass von rund sechs Milliarden Euro. Im Gegenzug erhalten die Finanzhäuser 99,5 Prozent des britischen Konzerns. Die Umschuldung soll bis Mitte März umgesetzt werden. Danach wird die Summe der Verbindlichkeiten von mehr als drei Milliarden auf umgerechnet rund 325 Millionen Euro geschrumpft sein, für die Marconi allerdings höhere Zinsen zu zahlen hat.

Dass die Rettung des Konzerns damit noch nicht gesichert ist, sieht auch Marconi-Chef Mike Parton. "Der Markt wird sehr hart werden", kommentierte er die derzeitige Lage für Netzausrüster. Sein Unternehmen hat sich unter anderem als Glasfasernetzbetreiber engagiert, ein Sektor, der momentan mit Überkapazitäten kämpft. Zusätzlich zu den finanziellen Maßnahmen wird Marconi Mitarbeiter entlassen, um die laufenden Kosten weiter zu senken. Statt der derzeit gut 800 Millionen Euro im laufenden Geschäftsjahr sollen die Aufwendungen im nächsten Jahr auf knapp 700 Millionen Euro heruntergefahren werden. Zwischen März und November wurde bereits 6000 Leuten gekündigt, nun sollen weitere Mitarbeiter gehen. Wieviele es genau treffen wird, ist noch nicht klar, in Zeitungsberichten ist von einer Zahl zwischen 600 und 2700 Leuten die Rede. Damit würde sich die Belegschaft auf rund 14 000 bis 15 000 Angestellte verkleinern.

Für die erste Hälfte des Geschäftsjahres 2002/03 ( Ende: März 2003) hatte Marconi einen operativen Verlust von mehr als 260 Millionen Euro gemeldet, nur wenig besser als das Minus von 268 Millionen Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Umsatz hatte sich im Jahresvergleich um 706 Millionen Euro auf 1,5 Milliarden Euro reduziert. (rs)