Banken schludern beim europaweit einheitlichen Zahlungsverkehr

14.11.2006
Die deutschen Finanzinstitute kommen ihren Verpflichtungen nicht nach, länderübergreifend einheitliche Prozesse beim bargeldlosen Bezahlen einzuführen.

Ab dem 1. Januar startet die Single Euro Payment Area (Sepa), in der es einen europaweit einheitlichen bargeldlosen Zahlungsverkehr geben soll. Mit dem Vorhaben will die EU-Kommission grenzüberschreitenden Zahlungen mittels Überweisungen, Lastschriftverfahren und Kreditkarten um nationale Besonderheiten bereinigen. Die Umsetzung wurde dem European Payment Council (EPC) übergeben, in dem sich führende europäische Banken zusammengefunden haben.

In diesem Rahmen haben sich die Banken dazu verpflichtet, bis zum 1. Januar 2008 einheitliche Prozesse zur Verfügung zu stellen, doch drei Viertel der deutschen Finanzhäuser sind einer aktuellen Studie zufolge darauf nicht vorbereitet. Betrieben wurde die Umfrage unter 113 Finanzinstituten und weiteren 66 Unternehmen sowie Organisationen der öffentlichen Hand von TietoEnator, skandinavischer von IT-Dienstleistungen.

Demnach sind nur rund ein Fünftel der befragten Institute auf den Sepa-Start gut vorbereitet. "Zu wenig Banken erklären Auslandstransaktionen zu ihrem Kerngeschäft und sichern sich als First Mover ihren Anteil am europäischen Zahlungsverkehr", kommentierte Hans-Willi Hüsch, Autor der Studie und Vice President Banking Division der TietoEnator Deutschland GmbH dieses Ergebnis. Durch Sepa entsteht laut Hüsch eine neue Wettbewerbssituation auf dem europäischen Finanzplatz. Bislang rechnen nur ein Viertel der Banken damit, dass die eigene Geschäftsentwicklung durch europäische Finanzinstitute beeinflusst wird.

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