Finanz Informatik auf der CeBIT

Bankberatung am Surface

Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei Pierre Audin Consulting (PAC) in München. Vorher war er viele Jahre lang als leitender Redakteur und Chefreporter bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Die Finanzinformatik zeigt interaktive und multimediale Bankberatung an Microsofts Touch-Screen-Tisch.
Foto: Finanz Informatik

Der IT-Dienstleister der Sparkassen in Deutschland, die Finanz Informatik, hat eine strukturierte Bankberatung mit Microsofts Touch-Screen-Tisch "Surface" verknüpft. In dem auf der CeBIT zu sehendem Studienkonzept (Halle 11, E62) können Bankberater die Finanzierungs- und Versicherungsprodukte mit Bestandskunden besprechen und das Serviceportfolio ergänzen oder anpassen. Zum Start legen die Gesprächspartner ihre Kunden- beziehungsweise Mitarbeiterkarte auf dem berührungssensitiven Tisch ab. Das System stellt idealerweise im nächsten Schritt die persönliche Daten und Produkte des Kunden dar. Das funktioniert zurzeit nur mit speziellen, auf den Karten aufgeklebten Tags, könnte möglicherweise in Zukunft mit dem digitalen Personalausweis oder mit auch mit RFID-Tags funktionieren.

Am Bildschirm können Berater und Kunde durch das Angebot der Sparkassen surfen, digitale Dokumente vergrößern und verschieben, Modellrechnungen erstellen und dynamisch verändern, Werbefilme starten und schließlich auch Verträge ausfüllen und abschließen. Die Finanz Informatik verspricht mit der Implementierung eine multimediale und interaktive Kundendiskussion, weil beide Gesprächspartner gemeinsam am Bildschirm durch das Angebot navigieren.

Eine Vertragsunterschrift am Surface ist möglich, aber nicht rechtsgültig. Für eine rechtsverbindliche digitale Signatur müsste das Systems auch Andruck und Schwung beim Unterschreiben auswerten. Das leistet der Microsoft-Tisch bislang nicht.

Die Finanzinformatik startet ab April Pilotprojekte des Surface-Konzepts in vier Sparkassen. Dort werden in zwei getrennten Räumen Beratungsgespräche mit und ohne Surface geführt und ausgewertet. Bis Herbst 2010 sollen Ergebnisse darüber, ob sich der Surface-Einsatz etwa in mehr Abschlüssen niederschlägt, vorliegen. Eine Analyse ist ratsam, immerhin müssen die Banken allein für die Microsoft-Hardware mit 13 000 Euro kalkulieren. Weitere Kosten für Software und Umsetzung kommen hinzu, denn die Finanz Informatik möchte an dem Produkt auch etwas verdienen. (jha)