Maximal 12 Mbit/s

Bandbreite in Schwedens LTE-Netz enttäuscht noch

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Nach ersten Tests der Marktforschungsfirma Northstream steigt der Datendurchsatz nicht über 12 Mbit/s - weit entfernt von den vom LTE-Netzbetreiber Telia Sonera versprochenen Werten von bis zu 50 Mbit/s.
Unterbrochene Verbindungen und relativ geringe Bandbreite: LTE steckt noch in den Kinderschuhen.
Unterbrochene Verbindungen und relativ geringe Bandbreite: LTE steckt noch in den Kinderschuhen.
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Als Telia Sonera im Dezember 2009 als erster Carrier weltweit die kommerzielle Nutzung des 4G-Mobilfunkstandards LTE (Long Term Evolution) aufnahm, abonnierte Northstream als einer der ersten Kunden den im Zentrum von Stockholm und Oslo angebotenen Service. Nach den ersten Versuchen merkte das Marktforschungsinstitut jedoch schnell, dass der Dienst noch in den Kinderschuhen steckt. So berichtet Northstream in seinem Firmen-Blog etwa, dass die LTE-Verbindung relativ häufig zusammenbreche - selbst an Orten, wo kurz vorher noch eine gute Signalstärke angezeigt worden sei.

Außerdem erreichte das Unternehmen bei seinen Tests nur eine maximale Bandbreite von 12 Mbit/s - Telia Sonera selbst wirbt auf seiner Website mit einem Datendurchsatz von "bis zu 50 Mbit/s" für den Dienst. Während der offiziellen Einweihung wurden immerhin Download-Geschwindigkeiten von mehr als 40 Mbit/s gemessen.

Während das 4G-Netz in der praktischen Nutzung im Downstream eher enttäuschte, war Northstream von der Upload-Geschwindigkeit schwer beeindruckt. Anders als beim Download entsprach diese mit bis zu 5 Mbit/s voll und ganz den Angaben des Providers. Für die Tests verwendete Northstream das mitgelieferte Samsung-Modem und die unabhängige Testseite Bredbandskollen.se.

Aus Sicht von Northstream-CEO Bengt Nordström könnte die Entfernung des Büros zu Telia Soneras LTE-Basisstation die unerwartet niedrige Bandbreite im Downstream erklären: "Es scheint so, dass der Datendurchsatz mit zunehmender Entfernung zum Sender drastisch schrumpft."

Telia Sonera äußerte sich nicht zu der Distanz zwischen dem Northstream-Office und dem Sendemasten. Stattdessen hieß es platt, die tatsächliche Bandbreite eines jeden Mobilfunknetzes würde vom jeweiligen Standort, der Gesamtzahl der Nutzer und der Art des gewählten Dienstes abhängen.

Northstream selbst war nach dem interessanten LTE-Experiment nach eigenen Angaben froh, auf das von Telia Sonera mitgelieferte HSPA-Modem zurückgreifen zu können: Dieses biete nämlich eine ähnliche Bandbreite wie die 4G-Technik - jedoch ohne die häufigen Ausfälle.