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Baltimore gibt sich zum Verkauf frei

23.05.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der finanziell gebeutelte irische PKI-Softwarespezialist (Public Key Infrastructure) Baltimore Technologies hat die Investment-Bank J.P. Morgan mit der Suche nach potzenziellen Käufern beauftragt. Der Deal soll möglichst schnell über die Bühne gehen und die Bank bindende Angebote bis Ende Juni einholen. Baltimore hat harte 18 Monate hinter sich, in denen sich das Unternehmen freiwillig von der Nasdaq austragen ließ und seine Geschäftsbereiche für Crypto-Hardware und E-Mail-Filtersoftware sowie eine australische Niederlassung verkaufte.

Für das letzte Ende Dezember 2002 abgeschlossenen Geschäftsjahr meldete Baltimore einen Nettoverlust von 64,7 Millionen Pfund (umgerechnet 100,9 Millionen Dollar) nach einen Fehlbetrag von 652,8 Millionen Pfund (einer Milliarde Dollar) im Vorjahr. Gleichzeitig sanken die Einnahmen im Jahresvergleich von 54,6 Milionen Pfund um 50,2 Prozent auf 35 Millionen Pfund. Allerdings verweist die Firma laut "Computerwire" auf Barreserven von 15,6 Millionen Pfund sowie zwei bis drei weitere Millionen, die in den nächsten Monaten noch aus früheren Verkäufen zufließen.

Trotzdem stellt sich die Frage, welches größere Unternehmen Baltimore kaufen sollte. Zu den Wettbewerbern im PKI-Umfeld gehören Verisign, Entrust und Computer Associates (CA), die allesamt im vergangenen Jahr ebenfalls die Marktschwäche zu spüren bekamen. Baltimore selbst wollte zunächst nicht über mögliche Interessenten spekulieren. (tc)