WPC 2011

Ballmer nimmt Windows-Phone-Fehlstart mit Humor

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Microsoft hat für das vergangene Jahr eine Menge Erfolge vorzuweisen - aber Windows Phone 7 gehört nicht dazu.
Microsoft-Chef Ballmer: Der Marktanteil von WP7 ist weiterhin sehr klein.
Microsoft-Chef Ballmer: Der Marktanteil von WP7 ist weiterhin sehr klein.
Foto: Microsoft

Das räumte Konzernchef Steve Ballmer in der Eröffnungs-Keynote zur Wordwide Partner Conference (WPC) 2011 ein, die in dieser Woche in Los Angeles stattfindet. Ballmer nahm sich darin ausführlich Zeit, um unter anderem den anhaltenden Erfolg von Office 2010 und Windows 7 zu zelebrieren. In puncto Windows Phone übte sich der Konzernlenker allerdings in der gebotenen Bescheidenheit und gestand ein, dass das neue mobile Betriebssystem Windows Phone 7 bis dato alles andere als ein Verkaufsschlager ist.

"In einem Jahr haben wir es geschafft, von sehr klein auf - sehr klein zu kommen", scherzte der Microsoft-CEO mit Blick auf den bislang mit WP7 erreichten Marktanteil. Die Marktforscher von Nielsen schätzten im vergangenen Monat, dass nur rund 1 Prozent der aktuell in den USA benutzten Mobiltelefone mit Windows Phone laufen. Ballmer ist allerdings zuversichtlich, dass sich das in Zukunft ändert. "Im Zuge der weiteren Marktentwicklung werden wir eine Menge Forschritte machen", versprach der Microsoft-Chef.

Microsoft setzt dabei unter anderem auf das erste größere Windows-Phone-Update Windows Phone 7.1 "Mango" und die Kooperation mit dem finnischen Handy-Weltmarktführer Nokia, der sich für Windows Phone als strategische Smartphone-Plattform entschieden und dafür sogar das eigene, gemeinsam mit Intel entwickelte Betriebssystem Meego geopfert hat. Aktuell kann man WP7-Telefone vielerorts zum Schleuderpreis erstehen, zum Beispiel das "Samsung Omnia 7" bei der Telekom für knapp 200 Euro ohne Vertrag.

Ballmer lästerte außerdem über Apple ab, ohne allerdings den Konkurrenten aus Cupertino explizit zu nennen, der gerade mit seinem iPad und iPhone samt anhängendem App-Ökosystem enorme Verkaufserfolge feiert. Microsoft habe mittlerweile mehr als 350 Millionen Lizenzen des aktuellen Desktop-Betriebssystems Windows 7 verkauft, protzte Ballmer. Andere, nicht namentliche genannte Anbieter (vermutlich Apple) feierten hingegen schon 20 Millionen als Erfolg. "350 ist eine Menge mehr als 20", so Ballmer.

Ansonsten ging es bei der Eröffnung der WPC 2011 natürlich vor allem um die Arbeit, mit denen die Partner von Microsoft zum gemeinsamen Erfolg beigetragen haben - insbesondere im Bereich Cloud Computing. Jon Roskill, Chef der weltweiten Partner Group von Microsoft, stellte in seiner Keynote heraus, dass Microsoft inzwischen mehr als 640.000 Partnerfirmen mit zusammen 15 Millionen Mitarbeitern hat. Rund 95 Prozent des Microsoft-Umsatzes stammten aus Projekten mit Partnern, so Roskill weiter. Für jeden Dollar, den Microsoft mit seiner Software umsetze, erzielten die Partner weitere 8,70 Dollar mit Dienstleistungen und Anpassungen.