Von Finanz Informatik

Baden-Württemberg benennt erstmals CIO

Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
Stefan Krebs wird der erste CIO des Bundeslandes Baden-Württemberg. Er kennt sich mit der öffentlichen Verwaltung und Banken aus.

Der IT-Fachmann und Diplom-Verwaltungswirt Stefan Krebs (54) soll im Juli 2015 neuer CIO des Landes Baden-Württemberg werden und damit die Weiterentwicklung der IT in der Landesverwaltung steuern. Das teilte das Innenministerium des Landes mit.

Baden-Württemberg war das vorletzte Bundesland, das noch keinen Landes-CIO ernannt hatte. Nur das Land Thüringen plant weiterhin nicht, einen Landes-CIO einzusetzen.

Stefan Krebs wird ab Juli neuer CIO in Baden-Württemberg. Er soll die Landes-IT zentralisieren
Stefan Krebs wird ab Juli neuer CIO in Baden-Württemberg. Er soll die Landes-IT zentralisieren
Foto: Innenministerium BaWü

Der offizielle Titel des neuen CIOs lautet "Beauftragter der Landesregierung für Informationstechnologie". Krebs erhält den Rang eines Ministerialdirektors im Innenministerium sowie Vortragsrecht im Kabinett. Beides solle die Bedeutung seiner Position unterstreichen und ihm den nötigen Handlungsspielraum verschaffen, teilte das Innenministerium mit.

IT-Systemhaus für alle Ministerien schaffen

Zu den ersten Aufgaben des neuen Landes-CIOs gehört die Feinplanung für die schrittweise Bündelung der bisher dezentralen IT-Einheiten der Landesverwaltung. Geplant ist, ein IT-Systemhaus für alle Ministerien in Form eine Landesbetriebs in Stuttgart zu schaffen. Bis 2020 sollen durch die Zentralisierung der IT, so die "Stuttgarter Zeitung", rund 40 Millionen Euro im Jahr ein­gespart werden. ­

Digital Leader aufgepasst! - Foto: IDG

Digital Leader aufgepasst!

"Es ist sehr erfreulich, dass wir nach der Entscheidung für den Aufbau eines neues Landesrechenzentrums (BITBW) nun auch eine kompetente Führungspersönlichkeit für die Umsetzung der IT-Strategie des Landes gefunden haben", sagte der Innenminister von Baden-Württemberg, Reinhold Gall, in Stuttgart.

Krebs vertritt das Land im IT-Planungsrat

Landes-CIO Stefan Krebs wird das Land Baden-Württemberg künftig auch im Bund-Länder übergreifenden IT-Planungsrat vertreten. Bisher war Herbert Zinell (SPD), Ministerialdirektor und Amtschef im Innenministerium von Baden-Württemberg, Vertreter des Landes im IT-Planungsrat sowie wichtigster Mann für die Landes-IT, allerdings ohne den Titel "CIO" zu tragen.

Berufliche Stationen

Stefan Krebs stammt aus Neckarsulm. Er studierte von 1982 bis 1986 an der Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung in Ludwigsburg mit dem Abschluss Diplom-Verwaltungswirt. Nach mehreren Jahren als Entwickler und Projektleiter bei der Datenzentrale BW (Entwicklungszentrum der öffentlichen Verwaltung in Baden Württemberg) und dem Regionalen Rechenzentrum Franken (Kommunales Rechenzentrum) wechselte er 1990 in den Bankensektor (Fiat Bank, Landesgirokasse, LBBW).

Zuletzt Leiter Informationssicherheits- und Risikomanagement

Seit 2001 war der IT-Fachmann in unterschiedlichen Führungspositionen bei der Finanz Informatik, dem IT-Dienstleister der Sparkassen-Finanzgruppe, in Hannover und Frankfurt tätig, zuletzt als Zentralbereichsleiter Informationssicherheits- und Risikomanagement.

CIO.de berichtete vor kurzem über die Planungen der Landesregierung nach dem Koalitionsvertrag der grün-roten Landesregierung von Baden-Württemberg. Nach dem von der Kommission für Haushalts- und Verwaltungsstruktur gebilligten Konzept sollen folgende sieben IT-Projekte sofort umgesetzt werden:

• die Standardisierung der IT-Arbeitsplätze

• ein Softwaremanagement, um die Beschaffung und Nutzung von Softwarelizenzen stärker zu vereinheitlichen

• Schritte zum papierarmen Büro

• auf Grundlage der im IT-Planungsrat von Bund und Ländern beschlossenen Informationssicherheits-Leitlinie Sicherheitsmaßnahmen weiterentwickeln

• Green IT vorantreiben

• wo gleichwertig und wirtschaftlich möglich, verstärkt Open-Source-Produkte einsetzen

• innovative Techniken wie Cloud-Computing in sicherem Rahmen nutzen.