Noch große Spielräume für Optimierung

Back-Office-Chaos verhindert BI-Erfolge

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Anzeige  Forrester rät in Sachen Business Intelligence (BI) zu durchdachter Konsolidierung und Optimierung, die CIOs sehen BI laut Gartner nach wie vor ganz oben auf ihrer Agenda. Beides ein Beleg für aus Anwendersicht seit langem uneingelöste Versprechen.

BI ganz oben - zum vierten Mal in Folge in der weltweiten Umfrage von Gartner zu den Prioritäten der CIOs. Aus Sicht der Analysten ein Beweis für die weiter wachsende Nachfrage nach BI-Lösungen. Aber wohl nicht nur das, widerspricht Thomas Wailgum entschieden in seinem Blog auf cio.com. Ihn macht gerade stutzig, dass dieser Trend scheinbar so ungebrochen anhält. Für Wailgum ist das ein klares Indiz dafür, dass die Erwartungen der Business-Verantwortlichen an ihre IT Jahr für Jahr enttäuscht werden.

Anders als Gartner fürchtet Wailgum, dass sich immer mehr CEOs, CMOs und COOs frustriert abwenden, weil sich ihre Hoffnung auf ein integriertes und unternehmensweites Anwendungs-Set aus BI, Analyse- und Prognose-Tools nicht erfüllen. Unter diesen Umständen vertrauen die Entscheider lieber auf ihr Bauchgefühl, wie Wailgum schon vor Wochen bemerkte. Dabei könnte aus seiner Sicht ein entscheidender Schritt in den Firmen zum wirklichen Durchbruch führen. Die Firmen sollten tunlichst das wachsende Chaos im Back-Office-Bereich in den Griff zu bekommen versuchen, rät Wailgum. Silo-Architekturen bei BI und Enterprise Resource Planning (ERP), isolierte Customer Relationship Management (CRM)-Anwendungen und weitere Standalone-Applikationen sinnvoll miteinander verzahnen - und echte Fortschritte wären aus Business-Sicht erreicht.

Forrester rät zur sorgfältigen Evaluation

Wasser auf die Mühlen von Wailgums Argumentation ist eine aktuelle Studie von Forrester, die beträchtliche Spielräume in Sachen BI nahe legt. Analyst Boris Evelson warnt davor, gerade bei BI angesichts der Krise stupide den Rotstift anzusetzen. Stattdessen rät er zu einer sorgfältigen Evaluation, inwieweit kostengünstigere Lösungen im BI-Bereich möglicherweise zu gleich guten oder noch besseren Ergebnissen als bisher führen könnten. Evelson beschreibt diese einfache Möglichkeit der Optimierung als "Win-Win-Szenario". Was wiederum nur die zukunftsfrohe Wendung des Befundes von Wailgum ist, dass viele Unternehmen auch nach vielen Jahren weiter nach einer optimalen BI-Strategie suchen.