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Baan tut was für die Bilanz

06.03.2000
Management-Exodus geht weiter

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Über eine relativ undurchsichtige Finanz-Transaktion will sich der niederländische Standardsoftware-Anbieter Baan neues Eigenkapital verschaffen - was auch dringend nötig ist, denn andernfalls droht der Ausschluss von der Amsterdamer Börse (CW Infonet berichtete). Es ist dem Hersteller offenbar gelungen, "gewisse" Inhaber von Wandelschuldverschreibungen zu überzeugen, ihre 1000-Dollar-Papiere (eigentlich erst im Dezember 2001 fällig) in jeweils 160 gewöhnliche Aktien einzutauschen. Dadurch erhält Baan 40,86 Millionen Dollar neues Eigenkapital, die sich nach niederländischen Bilanzrichtlinien sofort positiv auf die Bilanz auswirken.

Darüber hinaus gab das Unternehmen am vergangenen Samstag bekannt, dass mit Koishi Nishimura und John Barter zwei Mitglieder des Aufsichtsrates zurückgetreten sind. Nishimura ist Gründer und CEO von Solectron, Barter wurde am vergangenen Freitag zum Finanzchef der kalifornischen Netzwerk-Company Kestrel ernannt. Das Gremium umfasst damit nur mehr fünf Personen. Bislang steht nicht fest, ob die beiden zurückgetretenen Manager ersetzt werden sollen.