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BA hält weiter am Virtuellen Arbeitsmarkt fest

03.11.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Innenrevision der Bundesagentur für Arbeit (BA) hat einer Mitteilung zufolge ihren Prüfbericht zum Projekt "Virtueller Arbeitsmarkt" dem Vorstand der Nürnberger Behörde übergeben. Bemängelt werden darin Fehler bei der Auftragsvergabe, der Berechnung der Projektkosten, der Dokumentation, beim Risiko-Management sowie beim Controlling. Überdies seien Kostenentwicklungen nicht oder nicht ausreichend gesteuert worden. Aufgrund der Komplexität des Projekts hätten sich diese Fehler im weiteren Verlauf verstärkt. Es seien ohne Beauftragung der zuständigen Vergabestelle Änderungsaufträge im Volumen von mehr als zehn Millionen Euro entschieden worden. Es hätten sich aber keine Hinweise auf Korruption ergeben.

Der BA-Vorstand prüft den Bericht derzeit im Detail und wird ihn anschließend mit einer Stellungnahme dem Bundesrechnungshof zur abschließenden Beurteilung übergeben. Er sehe keine Alternative zum Virtuellen Arbeitsmarkt und halte weiter an dem Projekt fest, erklärte der Vorstand. Man sei zuversichtlich, es mit dem Vertragspartner Accenture erfolgreich weiterentwickeln zu können. Wesentlicher Schritt sei dabei die Umsetzung der zweiten Stufe, in deren Rahmen viele "völlig veraltete interne IT-Arbeitsverfahren" der Mitarbeiter in den Arbeitsagenturen abgelöst und im kommenden Jahr auf moderne Prozesse umgestellt werden sollen.

Das bereits live gegangenen Online-Portal unter www.arbeitsagentur.de mache nur 3,5 Prozent der inzwischen auf 163 Millionen Euro gedeckelten Gesamtkosten des Virtuellen Arbeitsmarkts aus, so die BA weiter. An der Benutzerfreundlichkeit der Seiten werde "kontinuierlich gearbeitet". Die "manchmal als nicht optimal wahrgenommene" Navigation sei unter anderem darauf zurückzuführen, dass die Seiten barrierefrei programmiert, also auch für Behinderte möglichst gut zugänglich seien. (tc)