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SE soll KGaA werden

Axel Springer baut Online-Anzeigengeschäft aus

08.12.2014
Autos, Wohnungen, Jobs - die meisten Kleinanzeigen sind von der Zeitung längst ins Internet gewandert. Axel Springer baut das ertragreiche Geschäft aus - und ändert dabei seine Rechtsform.

Das Medienhaus Axel Springer ("Bild", "Die Welt") strebt eine Änderung der Rechtsform an, um den Einfluss von Mehrheitsaktionärin Friede Springer auch für die Zukunft zu sichern. Mit der Umwandlung der Axel Springer SE in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) solle sichergestellt werden, dass auch bei Kapitalerhöhungen der Einfluss der Axel Springer Gesellschaft für Publizistik als Mehrheitseigentümer erhalten bleibt, teilte der Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner am Montag in Berlin mit.

Springer-Chef Mathias Döpfner will wachsen, aber gleichzeitig "Familienunternehmen" bleiben.
Springer-Chef Mathias Döpfner will wachsen, aber gleichzeitig "Familienunternehmen" bleiben.
Foto: Axel Springer

Hinter der Gesellschaft stehen Friede Springer sowie zwei Enkel des 1985 gestorbenen Verlegers Axel Springer. Außerdem hält Frau Springer weitere persönliche Anteile.

Gleichzeitig kündigte Döpfner den Ausbau der Aktivitäten im Geschäft mit Online-Kleinanzeigen an. So erhöht das Medienhaus seine Beteiligung an der Axel Springer Digital Classifieds von 70 auf 85 Prozent und zahlt dafür an den Investor General Atlantic 446 Millionen Euro in bar.

Zusätzlich hält sich Springer eine Option auf die restlichen 15 Prozent offen. Im Gegenzug würde General Atlantic Springer-Aktien erhalten und so mit 8,6 Prozent zweitgrößter Eigentümer am Unternehmen werden. Die Gesellschaft für Publizistik würde zwar die Aktienmehrheit verlieren, durch die Umwandlung des Medienhauses in eine KGaA aber das Sagen behalten. Voraussetzung ist, dass die Hauptversammlung dem Verfahren zustimmt.

"Wir wollen ein Familienunternehmen bleiben", sagte Döpfner. Springer hätte als KGaA einen leichteren Zugang zum Kapitalmarkt und könnte noch schneller wachsen.

Zu den schnell wachsenden Sparten gehört das in der Axel Springer Digital Classifieds gebündelte Online-Rubrikengeschäft. Hier sind unter anderem das französische Immobilienportal Seloger, das deutsche Immobilienportal Immonet und die europäische Jobbörse Stepstone gebündelt. Sie seien das am schnellsten wachsende und profitabelste Segment Springers, sagte Döpfner. Die meisten Rubrikenportale im Portfolio seien Marktführer in ihrem jeweiligen Segment.

Axel Springer Digital Classifieds erzielte in den ersten neun Monaten des Jahres einen Umsatz von 357,1 Millionen Euro (Vorjahr 296,4 Millionen Euro) und ein Ergebnis (Ebitda) von 160,2 Millionen Euro (Vorjahr 119,1 Millionen).

Falls Springer von seinen Aktionären nicht die Genehmigung für den General-Atlantic-Einstieg bekommt, kann das Unternehmen den verbleibenden 15-Prozent-Anteil für weitere 446 Millionen Euro plus Zinsen erwerben. (dpa/tc)