Auf dem Weg ins Silicon Valley

AVG kauft Sana Security

13.01.2009
Von Katharina Friedmann 
Mit der Übernahme der auf verhaltensbasierender Sicherheitssoftware spezialisierten US-Firma Sana Security will AVG das bislang umfassendste Schutzpaket gegen Identitätsdiebstahl schnüren.

Der Sicherheitsanbieter AVG hat Sana Security, einen im Silicon Valley beheimateten Entwickler von Software zum Schutz gegen Identitätsdiebstahl, übernommen. Mit Sana hat sich AVG eine verhaltensbasierende Sicherheitstechnik ins Haus geholt, die verhindern soll, dass Datendiebe personenbezogene Informationen wie etwa Anmeldedaten, Passwörter oder Bankdaten vom PC des Nutzers abgreifen und damit dessen Online-Sicherheit gefährden. In Anlehnung an das menschliche Immunsystem "erlernt" die Technik durch Beobachtung der Interaktionswege zwischen Anwendungen (beziehungsweise deren Code-Pfade) das normale Anwendungsverhalten. Schwachstellen wie Software-Bugs, Konfigurationsfehler von Seiten der Anwender, Malware-Infektionen und sonstige Angriffsarten erzwingen in Applikationen unerwartete Code-Pfade - Fehlleitungen, die die Sana-Technik laut Anbieter erkennt und beseitigt, bevor sie für den Nutzer zur Bedrohung werden. Im Gegensatz zu anderen, etwa signaturbasierenden Techniken, die nur bereits bekannte Attacken identifizierten, könne Sana die Charakteristiken unbekannter Angriffsversuche erkennen und damit proaktiv schützen, erklärt Gerald Hahn, Deutschlandchef bei AVG. In Kombination mit den eigenen Virenschutz- und Internet-Sicherheitstechniken hofft AVG, das bislang umfassendste Schutzpaket gegen den Diebstahl persönlicher Daten bieten zu können.

Nach Angaben von Hahn ist die Transaktion bereits abgeschlossen. Finanzielle Details des Deals wurden nicht bekannt gegeben. Die Belegschaft von Sana Security soll zusammen mit der Forschungsorganisation Sana Labs in die AVG-Organisation eingegliedert werden und ihre bestehenden Büros im Silicon Valley behalten. Die Integration der Sana-Technik in die AVG-Produktsuite wird nach Angaben von Hahn bis Mitte 2009 vollzogen sein. Ob es darüber hinaus eine Stand-alone-Version der Sana-Produkte geben wird, sei noch nicht entschieden. Bislang ebenso ungeklärt ist dem Manager zufolge, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang die übernommene Technik in "AVG Free", den kostenlosen Virenscanner des Unternehmens, einfließen wird.