Tesla "Model S"

Autonomes Fahren per Online-Update

Florian Maier kümmert sich um reichweitenstarke und populäre IT-Themen an der Schnittstelle von B2B und B2C. Er schreibt hauptsächlich für das Portal COMPUTERWOCHE.
Tesla Motors will seinem Erfolgs-Elektroauto "Model S" zahlreiche neue Funktionen via Online-Update spendieren.

Tesla Motors will den Spagat zwischen Software-Anbieter und Autobauer schaffen. Bereits seit der Markteinführung im Jahr 2012 wird das Model S über Online-Updates aktualisiert. Nun hat der amerikanische Elektromobilitäts-Konzern mehrere neue Upgrades für sein Erfolgsmodell angekündigt, die in punkto Umfang und Funktion deutlich weiter gehen als bisher. Sie sollen bereits in den nächsten Tagen via Internet ausgerollt werden.

Das Tesla Erfolgsmodell Model S bekommt demnächst neue Sicherheits-Funktionen per Online-Update. Auch autonomes Fahren wird bald möglich sein.
Das Tesla Erfolgsmodell Model S bekommt demnächst neue Sicherheits-Funktionen per Online-Update. Auch autonomes Fahren wird bald möglich sein.
Foto: Tesla Motors

Tesla-Gründer Elon Musk sagte dazu am Donnerstag in einer Pressekonferenz: "Wir haben mit dem Model S einen Hochleistungs-Computer auf Rädern geschaffen. Wir sehen das wie ein Update für ein Smartphone oder ein Notebook. Das kommt einem fundamentalen Paradigmenwechsel in der Autoindustrie gleich."

Sicherheits-Assistenten per Download

In einem ersten Schritt erhalten Model-S-Besitzer in etwa zwei Wochen ein Update, das neue Routen-Analyse-Tools zur Verfügung stellt. Die gewählte Strecke soll dabei hinsichtlich Straßenbedingungen und Topographie ausgewertet werden, damit keinem Model S mehr unterwegs der Saft ausgeht.

Weitere Features des kommenden Software-Updates für das Model S: ein Totwinkel-Warnsystem, ein automatischer Notbrems-Assistent und ein sogenannter "Valet"-Mode, der dafür sorgen soll, dass andere Fahrer die Elektroauto-Limousine nicht über Gebühr beanspruchen oder auf persönliche Daten zugreifen.

Tesla Model S fährt nach Download autonom

Laut "Wall Street Journal" soll das Models S in "einigen Monaten" in den USA neben einem neuartigen User Interface auch erste Funktionen für (semi-)autonomes Fahren bekommen. Der Fahrer bleibt dabei am Steuer, kann aber die Hände vom Lenkrad und den Fuß vom Gaspedal nehmen - das Fahrzeug navigiert selbständig zum Zielpunkt. Auch eine Funktion für führerloses, vollautonomes Fahren ist laut "WSJ" geplant, wenn auch vorerst nur auf nicht-öffentlichen Straßen.

Wie die Zukunft für Tesla-Fahrer aussehen könnte, beschreibt CEO Musk wie folgt: "Stellen Sie sich vor, wie Ihr Auto morgens Ihren Kalender checkt, anhand echter Verkehrsdaten die Reisezeit bis zum ersten Termin berechnet, automatisch die Garagentür öffnet, vorsichtig aus einer engen Garage ausparkt und pünktlich vorfährt, um Sie an der Haustür abzuholen."

Was das führerlose - also komplett autonome - Auto angeht, relativieren die Kalifornier. Im Blog von Tesla Motors heißt es: "Mit der neuen Hard- und Software verfolgen wir nicht das Ziel, fahrerlose Autos zu ermöglichen - deren Verwirklichung ist noch Jahre entfernt."