Connected Car von Baidu & BMW

Autonomes Auto schon Ende 2015?

Florian Maier beschäftigt sich in erster Linie mit dem Themenbereich IT-Security. Daneben schreibt er auch über reichweitenstarke und populäre IT-Themen an der Schnittstelle zu B2C und ist für den Facebook-Auftritt der COMPUTERWOCHE zuständig. Er schreibt hauptsächlich für die Portale COMPUTERWOCHE und CIO.
Das Google-Auto könnte schon bald ganz konkrete Konkurrenz bekommen: anscheinend wollen BMW und sein chinesischer Partner Baidu in China bereits Ende 2015 ein selbstfahrendes Fahrzeug auf die Straße bringen.

Die Mitte 2014 beschlossene Kooperation zwischen dem chinesischen Tech-Riesen Baidu und dem Münchner Autobauer BMW könnte schon bald erste Früchte tragen. Wie die britische Tageszeitung Guardian berichtet, hat Wang Jin - Senior Vice President von Baidu - im Rahmen des China Cloud Computing Services Summit angekündigt, ein autonomes Fahrzeug fit für die Straße machen zu wollen. Bereits Ende des Jahres sollen die ersten Prototypen des Connected Car in China zum Einsatz kommen.

Ein Mitarbeiter im BMW-Werk Tiexi, Shenyang. In China sollen noch Ende 2015 die ersten autonomen Fahrzeuge von BMW und Baidu über den Asphalt rollen.
Ein Mitarbeiter im BMW-Werk Tiexi, Shenyang. In China sollen noch Ende 2015 die ersten autonomen Fahrzeuge von BMW und Baidu über den Asphalt rollen.
Foto: BMW AG

BMW & Baidu: Fahrer im Fokus

Sollten sich diese Pläne bewahrheiten, dürfte dadurch vor allem Google unter Druck geraten. Der US-Riese testet bereits seit einigen Jahren Prototypen seines autonom fahrenden Google Car. Aktuell scheint Google dabei für sein Connected Car ohne aktiven Fahrer zu planen: die menschliche Interaktion mit dem Google Car soll sich auf die Auswahl des Zielpunktes, sowie das Drücken eines Power-Buttons beschränken.

Der Ansatz von Baidu und BMW sieht dagegen zunächst vor, den Fahrer zu unterstützen statt ihn zu ersetzen. Auf lange Sicht dürften jedoch auch die chinesisch-bayerischen Kooperationspartner auf vollautonomes Fahren setzen. Schließlich hat Baidu in den vergangenen Monaten massiv in die Bereiche künstliche Intelligenz und Data-Mapping investiert.

"Just Do It"-Mentalität in China

Ein wesentlicher Vorteil, den Baidu - und somit auch BMW - bei der Entwicklung eines autonom fahrenden Autos genießen könnten, ist die "Flexibilität" der chinesischen Rechtsprechung. In der Volksrepublik dürften rechtliche Hürden im Namen des Fortschritts potenziell deutlich schneller fallen als in Europa und den USA, wo insbesondere die rechtlichen Fragen nach einem Unfall jede Menge Konfliktpotential bereithalten.