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Autodesk trumpft auf

27.02.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die vor allem durch ihr Konstruktionsprogramm "AutoCAD" bekannte US-Softwareschmiede Autodesk hat Umsatz und Profit im Schlussquartal 2003/04 (Ende: 31. Januar) deutlich gesteigert. Die Einnahmen des in San Rafael, Kalifornien, ansässigen Unternehmens legten dank eines Produkt-Upgrades gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 51 Prozent auf 295 Millionen Dollar zu. Parallel kletterte der Nettogewinn von 6,4 auf 58 Millionen Dollar oder 48 (sechs) Cent pro Aktie. Mit einem Pro-forma-Profit von 45 Cent je Anteil schlug Autodesk die Erwartungen der Wall Street um Längen. Diese hatten im Schnitt lediglich mit einem Plus von 29 Cent pro Aktie und 252 Millionen Dollar Umsatz gerechnet.

Im gesamten Geschäftsjahr konnten die CAD-Spezialisten ihre Einnahmen gegenüber dem Vorjahr von 825 auf 952 Millionen Dollar anheben. Der Nettoüberschuss stieg von 32 Millionen auf 120 Millionen oder 1,04 Dollar je Aktie.

Autodesk litt in den vergangenen Jahren stark unter der weltweiten Investitionszurückhaltung, insbesondere in der Bau- und Fertigungsindustrie. Nach einigen Entlassungsrunden und anderen Kostensenkungsmaßnahmen gelang dem Unternehmen in den letzten Quartalen jedoch der Turnaround. Dennoch kündigte das Management Ende November 2003 an, es werde zur Verbesserung der Profitabilität in den nächsten zwei Quartalen bis zu 19 Prozent seiner 3500-köpfigen Belegschaft entlassen und einige Niederlassungen schließen (Computerwoche.de berichtete).

Nach den guten Ergebnissen will sich Autodesk-CEO Carol Bartz offenbar nicht mehr so strikt an diese Pläne klammern. Die Firmenchefin erklärte, man fasse zwar weiter Kostensenkungen, wie die Schließung von Büros, ins Auge. Eine umfangreiche Auslagerung von IT-Jobs in Billiglohnländer schloss Bartz dagegen aus: "Derzeit werden nicht einmal fünf Prozent der Entwicklungsarbeit offshore getätigt und dies wird sich nicht ändern."

Im laufenden ersten Geschäftsquartal rechnet das Management mit Einnahmen zwischen 240 Millionen und 250 Millionen Dollar und einem Nettogewinn von 16 bis 21 Cent pro Aktie. Für das Gesamtjahr stellt Autodesk einen Umsatz von bis zu 1,01 Milliarden Dollar in Aussicht. Der dazugehörige Profit soll zwischen 1,15 und 1,25 Dollar je Anteil betragen. Die Company ist damit deutlich optimistischer als die Wall Street. Der Analystenkonsens lag bisher bei einem Nettogewinn von 1,01 Dollar je Aktie bei 950 Millionen Dollar Umsatz. (mb)