Studie

Autobranche krankt auch am Projekt-Management

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Nach einer von Compuware in Auftrag gegebenen Umfrage nutzt die Branche relativ selten ein zentrales Projektbüro.
Dieses Projekt ging schief.
Dieses Projekt ging schief.
Foto:

Hat mangelhaftes Projekt-Management die Krise in der Automobilindustrie verschärft? Diesen Verdacht schürt eine vom Softwareanbieter Compuware unterstützte Studie, die der Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Erlangen-Nürnberg Anfang des Jahres gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen Maxence Business Consulting unternommen hat. Demnach sind die Autobauer gegenüber anderen Branchen im Hintertreffen, wenn es um ein zentralisiertes Projekt-Management geht.

So gebe es nur in 62,5 Prozent der Untenehmen ein Projekt-Management-Office (PMO), während dieser Anteil in anderen Branchen bei durchschnittlich 64,7 Prozent liege, so die Ergebnisse der Umfrage, an der insgesamt 232 Unternehmen teilnahmen. Am besten schneiden in dieser Hinsicht die Banken und Versicherungen ab. Hier gibt es in drei von vier Unternehmen (75,6 Prozent) ein PMO. Bei den Energieversorgern sind es immerhin sieben von zehn 71,4 Prozent).

Darüber hinaus hat die Automobilindustrie das zentrale Projekt-Management offenbar erst kürzlich entdeckt. Jedes zweite der dortigen PMOs wurde vor höchstens einem halben Jahr eingerichtet, sagen die Umfrageergebnisse. Compuware sieht einen möglichen Grund dafür in der Tatsache, dass die Autobranche im durchschnitt weniger Projekte betreut als andere Branchen.